Nach der Verschmutzung des Trinkwassers in Möglingen (Kreis Ludwigsburg) gibt die Gemeinde vorerst keine Entwarnung. Im Wohngebiet Löscher ist weiterhin Vorsicht bei der Benutzung des Leitungswassers geboten, wie die Gemeinde mitteilte. Die Untersuchungen dauern an.
Den Angaben nach wurde am Donnerstagnachmittag eine größere Menge einer bislang unbekannten Flüssigkeit illegal in einem Nebenschacht im Bereich des Wasserturms entsorgt. Durch aufsteigende Dämpfe sei die Substanz in den Wasserbehälter und dadurch ins Netz gelangt, bevor die Verschmutzung entdeckt wurde. Zurzeit gehe man nicht davon aus, dass der Stoff mit der Absicht, das Trinkwasser zu verunreinigen, ausgegossen wurde, teilte die Gemeinde mit. Die Polizei sucht Zeugen, die Beobachtungen am Wasserturm gemacht haben. Betroffen sind den Angaben nach etwa 3.000 bis 4.000 Anwohnerinnen und Anwohner.
Nur bestimmte Straßen betroffen
Da das Trinkwassernetz in Möglingen in verschiedene Zonen geteilt sei, könne genau nachvollzogen werden, in welche Haushalte kontaminiertes Wasser gepumpt wurde. Eine Liste der betroffenen Straßen hat die Gemeinde auf ihrer Website veröffentlicht. Demnach haben Tests bestätigt, dass für Bewohner in anderen Zonen keine Gefahr besteht. Meldungen zu verletzten oder erkrankten Personen gibt es demnach nicht.
Kostenloses Trinkwasser für Betroffene
Nach Angaben des Gesundheitsamts darf das Wasser weder getrunken noch zur Zubereitung von Speisen, zum Zähneputzen oder zur Wundreinigung verwendet werden. Auch Abkochen reiche nicht aus. Zum Duschen, Baden und Waschen kann das Wasser wieder genutzt werden, wenn die Leitungen zuvor mindestens zehn Minuten lang gespült werden. Spül- und Waschmaschinen sollten zunächst leer durchlaufen. Für die Dauer der Einschränkungen werde im Bürgerhaus der Gemeinde kostenlos Trinkwasser ausgegeben, auch während der Osterfeiertage. Die Gemeinde empfiehlt aber, den Karsamstag zu nutzen, um sich ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen.
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