Aumovio
Aumovio streicht weltweit 4.000 Jobs. Im Südwesten könnte ein Zehntel davon anfallen. (Archivbild)
Leonie Asendorpf/dpa
Baden-Württemberg
Hier will ein großer Zulieferer im Südwesten Stellen abbauen

Der angekündigte Jobabbau beim Automobilzulieferer Aumovio betrifft auch zwei Standorte im Südwesten. Insgesamt könnten dort gut 400 Stellen wegfallen, wie aus Zahlen des Unternehmens hervorgeht. Weltweit will Aumovio bis Jahresende 4.000 Jobs streichen. 

In Baden-Württemberg trifft es Ulm am härtesten. Dort sollen bis zu rund 275 Stellen wegfallen, heißt es von einem Sprecher. In Markdorf (Bodenseekreis) sind es demnach bis zu rund 130 Stellen. Weitere betroffene Standorte sind Frankfurt am Main mit bis zu rund 220 Stellen, Lindau mit bis zu rund 180 Stellen und Regensburg bis zu rund 100 Stellen. 

Suche nach Alternativen

Das von Continental abgespaltene Unternehmen hatte den Stellenabbau am Dienstag bekanntgegeben. Für Deutschland wurde aber nur «die Notwendigkeit genannt, Stellen in einem Umfang bis in den hohen dreistelligen Bereich abzubauen». Weitere Kürzungen sollen vor allem in Indien, Singapur, Rumänien, Serbien und Mexiko stattfinden.

Aumovio sucht den Angaben zufolge mit der Arbeitnehmerseite nach Wegen, um die Effizienz zu steigern und den Abbaubedarf in Deutschland zu verringern. Der Stellenabbau solle möglichst sozialverantwortlich gestaltet werden. So solle bereits Anfang März ein Freiwilligenprogramm starten.

Branche steckt in der Krise

Der Zulieferer will den Aufwand für Forschung und Entwicklung 2027 auf unter zehn Prozent des Umsatzes drücken. Das Management um Vorstandschef Philipp von Hirschheydt will dazu das Technikangebot auf Marktentwicklungen ausrichten und das Geschäft stärker bündeln. «Zusammen mit den bereits laufenden Maßnahmen zur Standardisierung, Automatisierung und verbesserten organisatorischen Aufstellung führt dies zu einem verringerten Stellenbedarf in den Entwicklungsbereichen des Unternehmens», hieß es.

Philipp von Hirschheydt
Der Aumovio-Vorstand um Chef Philipp von Hirschheydt will weniger für Forschung und Entwicklung ausgeben. (Archivbild)
Sven Hoppe/dpa

Die deutsche Autoindustrie steckt derzeit in der Krise, besonders die Zulieferer trifft es hart. Zahlreiche Unternehmen haben bereits im vergangenen Jahr den Abbau Tausender Jobs angekündigt. Im Südwesten trifft das insbesondere die Beschäftigten der Branchen-Größen Bosch und ZF Friedrichshafen. Aber auch kleinere Zulieferer wie Mahle streichen Stellen.

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