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Zweimal hat der Modekonzern Hugo Boss mit seinem neuen Warenlager eine Bruchlandung erlitten. Im dritten Anlauf ist es nun in Filderstadt fertig geworden. Damit soll nun der Weg frei sein für den weiteren Ausbau der lukrativen Hugo-Boss-Boutiquen.
Zweimal hat der Modekonzern Hugo Boss mit seinem neuen Warenlager eine Bruchlandung erlitten. Im dritten Anlauf ist es nun in Filderstadt fertig geworden. Damit soll nun der Weg frei sein für den weiteren Ausbau der lukrativen Hugo-Boss-Boutiquen. © dpa
04.07.2014

Hugo Boss startet Betrieb in lange umstrittenem Warenlager

Der Modekonzern Hugo Boss hat in Filderstadt (Kreis Esslingen) sein lange umstrittenes Zentrallager für Liegewaren eröffnet. Dort sollen in Zukunft pro Jahr 35 Millionen Hosen, T-Shirts, Taschen und Schuhe umgeschlagen werden.

«Es ermöglicht uns, die Geschwindigkeit und die Qualität, mit der wir unser konzerneigenes Einzelhandelsnetz in Europa mit verkaufsfertigen Waren versorgen können, erheblich zu erhöhen», sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs am Freitag.

Das 100 Millionen Euro teure Hochregallager hatte in der Region lange für Streit gesorgt. Am Firmensitz in Metzingen (Kreis Reutlingen) und in der Nachbarstadt Nürtingen (Kreis Esslingen) waren die Pläne gescheitert, weil es massive Bürgerproteste gegen das bis zu 21 Meter hohe und 279 Meter lange Gebäude gegeben hatte. In Filderstadt war die Kommunalpolitik deshalb bemüht, von Anfang an die Bürger mit in die Planungen einzubeziehen.

Das neue Lager sei ein zentraler Baustein für den Ausbau des konzerneigenen Einzelhandels, der im Moment der entscheidende Wachstumstreiber bei Hugo Boss ist, sagte Lahrs. Der Konzern mietet seit Jahren Flächen in den teuersten Einkaufsstraßen der Welt und richtet dort eigene Geschäfte ein. Um dort bei den hohen Quadratmeterpreisen keine teuren Lagerflächen zu benötigen, sei es wichtig, jeden Laden innerhalb von 24 bis 48 Stunden beliefern zu können. Anders als bisher werden die Waren in Zukunft schon von den derzeit 250 Mitarbeitern in Filderstadt mit Preisschildern und einer Diebstahlsicherung versehen.

Was mit den bisherigen Lagern für Liegeware - also Kleidungsstücke, die nicht an einem Bügel hängen - in Wendlingen und Frickenhausen (beide Kreis Esslingen) geschieht, sei noch nicht entschieden, sagte Lahrs. Möglicherweise würden sie für den Online-Handel genutzt. Die Mitarbeiter hätten alle die Möglichkeit gehabt, nach Filderstadt zu wechseln. Vor wenigen Jahren hatte der Konzern schon ein neues Zentrallager für Hängewaren - also für Kleidungsstücke, die an einem Bügel hängen - in Metzingen eröffnet.

Hugo Boss hat im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro umgesetzt. Der Konzern beschäftigt weltweit 12 500 Mitarbeiter, 2100 davon arbeiten am Stammsitz in Metzingen.