SC Freiburg - FK Jablonec
Treffsicher: Vincenzo Grifo.
Silas Stein/dpa
SC Freiburg - FK Jablonec
Goldenes Füßchen: Vincenzo Grifo (M) traf per Freistoß zum Freiburger 1:0.
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Baden-Württemberg
«Jeder will kicken»: Grifo meldet sich kunstvoll zurück

Vincenzo Grifo trat mit einem zufriedenen Lächeln vor die Mikrofone, obwohl die vergangenen Wochen sportlich für ihn schwierig waren. Sein Stammplatz: weg. Verloren an Neu-Nationalspieler Derry Scherhant, der auf seiner Position brilliert. Alles nicht so einfach für einen gestandenen Fußballprofi. «Jeder will kicken, jeder will spielen, und natürlich hat er jetzt die Nase vorn gehabt», sagte Grifo also nach dem 3:2 seiner Freiburger in der Conference League gegen den FK Jablonec, bei dem er endlich wieder über 90 Minuten seine Klasse zeigen durfte.

Weil ihm gegen den Fünften der tschechischen Liga der «Dosenöffner» (Grifo) per Freistoß gelungen war und er zudem die Vorlage zum 2:1 geliefert hatte, gab es prompt Fragen nach seiner näheren sportlichen Zukunft. «Natürlich würde ich mir wünschen, dann am Sonntag auf dem Platz zu stehen», sagte Grifo mit Blick auf das Liga-Topspiel beim Tabellenvierten Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/DAZN). Scherhant musste gegen Jablonec wegen muskulärer Probleme aussetzen, dürfte gegen Bayer aber wieder fit sein.

Trainer Schuster: «Wir haben keine 1b-Elf»

Das Beispiel Grifo zeigt, wie extrem der Konkurrenzkampf in dieser Saison beim Bundesliga-Tabellenführer ist. Gegen Jablonec nahm Trainer Julian Schuster sieben Änderungen in der Startelf vor. Wer wollte, konnte trotzdem von einer perfekten 1b-Elf sprechen, in die unter anderem auch Kapitän Christian Günter rotierte. Schuster aber präzisierte: «Wir haben keine 1b-Elf.» Sondern: «Wir haben genügend Spieler, die dann eben, und das ist ein Zeichen der Stärke, genau das fortsetzen können, was wir dann eben auch verlangen.»

Die neue Formation, in der auch der rechte Flügelspieler Cyriaque Irié einen starken Eindruck hinterließ, wirkte jedenfalls bestens eingespielt und musste sich nur vorwerfen lassen, das Ergebnis angesichts der Dominanz nicht deutlicher gestaltet zu haben. «Ein bisschen lethargisch», fand 3:1-Torschütze Maximilian Eggestein seine Elf phasenweise. «Am Ende haben wir ein bisschen die Konzentration verloren», meinte Grifo.

Für den gebürtigen Pforzheimer gab es derweil nur lobende Worte. «Vince hat viele Aktionen gehabt, wo er immer wieder für Gefahr gesorgt hat. Natürlich auch zwei Standards, die er dann eben zu Toren auch eingeleitet hat», sagte Schuster. «Hat natürlich gutgetan, auch so ins Spiel zu kommen», meinte Grifo über seinen goldenen Moment in der 15. Minute.

SC Freiburg - FK Jablonec
Antreiber von außen: SC-Trainer Julian Schuster.
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Grifo über Scherhant: «Geil, mach weiter so»

Zuletzt war dem 33-Jährigen nur die Jokerrolle geblieben. Schuster hatte in der Liga auf den zehn Jahre jüngeren Scherhant gesetzt, der das Vertrauen mit einem Tor und drei Vorlagen auch rechtfertigte. Auch in der DFB-Elf lieferte Debütant Scherhant ab. «Ich habe ihm natürlich gratuliert und natürlich habe ich ihm gesagt: Geil, mach weiter so», sagte Grifo. «Ich bin ein Mensch, der sich auch für andere freuen kann. Und ich glaube, jeder, der mich kennt, der weiß, dass ich so bin.»

Schuster deutete bereits an, dass Scherhant - genau wie Jan-Niklas Beste - gegen Leverkusen wieder dabei sein dürfte. Dafür wird Yuito Suzuki gesperrt fehlen, Grifo könnte also womöglich auf die Zehnerposition rutschen. Seine Lage weiß er jedenfalls einzuschätzen: «Ich muss auf meine Chance lauern und versuchen, mich anzubieten.» Er habe ja weiter «diese Gier» und «diesen Spaß», ergänzte er: «Dann können auch solche Abende wie heute entstehen, dass man vielleicht eins vorbereitet und eins schießt.»

Trainer Schuster wird es mit Blick auf das anspruchsvolle Programm in den kommenden Wochen freuen: Nach Leverkusen geht es am kommenden Donnerstag in der Conference League in Monaco weiter, danach schaut der FC Bayern zum nächsten Topspiel vorbei. «Bei all dem, was vor uns steht, was uns erwartet, ist es wichtig, jeden Einzelnen abzuholen», sagte der Coach.

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