In 90 Meter Höhe im Autzug eines Windrads saßen zwei Jugendliche stundenlang fest.

dpa
Baden-Württemberg
Jugendliche stecken stundenlang in 90 Meter Höhe in Windrad-Aufzug fest
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Bei einer genehmigten Auffahrt im Rahmen eines Schulprojektes in eines der fünf Windräder des kleinen Windparks südlich von Ruppertshofen erlebten zwei 15-jährige Jugendliche bange Stunden. Sie steckten in einem Aufzug in 90 Meter Höhe fest.

Die beiden Werkrealschüler fuhren mit einem Ingenieur per Aufzug im Innern des Windrades auf eine Höhe von 90 Metern und schauten dort von einer kleinen Plattform durch ein Guckloch in die Ferne. Bei der Rückfahrt abwärts aber blieb der Aufzug stecken. Der mitgefahrene Ingenieur stieg über die Nottreppe die 90 Meter nach unten und versuchte, eine erste technische Hilfe zu bekommen. Klar war zu diesem Zeitpunkt, dass der Aufzug nicht nur feststeckte, sondern auch sicher festsaß. Eine Absturzgefahr bestand nicht.

Allerdings wuchs der Durst der Eingeschlossenen, denn in der engen Metallhülle staute sich die Hitze und schon im Freien konnte man 30 Grad und mehr messen. So stieg der Ingenieur wieder auf und brachte den Schülern Wasser und Trost.

Unten fuhr inzwischen die Ruppertshofener Feuerwehr vor. Vorsorglich wurde ein Rettungswagen mit Sanitätern bereitgestellt, falls es nach der Bergung zu Schwächeanfällen kommen würde. Die Eltern der Schüler waren verständigt, die Polizei hinzugezogen. Doch helfen konnten nur Spezialmonteure, und die mussten von weit her anfahren und trafen erst etwa drei Stunden nach der Aufzugshavarie ein.

Danach dauerte es noch einmal knapp 45 Minuten, dann hatten die zwei Schüler wieder festen Boden unter den Füßen, die Mütter ihre Söhne in den Armen und fürs Schulprojekt war auch Material zusammengekommen. Die Jungs waren allerdings etwas geschwächt von den stundenlangen Sauna-Temperaturen im Windrad-Fahrstuhl.