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Bei kranken Hasen können sich Menschen per Hautkontakt anstecken. Überträger sind zudem Bremsen, Mücken oder Zecken. Es genügt auch schon, kontaminierten Staub zu inhalieren.
Bei kranken Hasen können sich Menschen per Hautkontakt anstecken. Überträger sind zudem Bremsen, Mücken oder Zecken. Es genügt auch schon, kontaminierten Staub zu inhalieren. © dpa
22.09.2016

Karlsruherin infiziert sich mit Hasenpest

Karlsruhe. Es ist äußert selten, aber möglich: Eine Karlsruherin hat sich mit Hasenpest infiziert. Sie ist nicht die einzige. In Baden-Württemberg sind in diesem Jahr zehn Fälle bekannt geworden, in denen die Infektionskrankheit Hasenpest auf Menschen übertragen worden ist.

Wie das Landesgesundheitsamt der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte, wird in zwei Fällen ein Zeckenstich für die Übertragung verantwortlich gemacht, in zwei weiteren Fällen Mückenstiche. In einem Fall gab es wohl zuvor Kontakt mit einem infizierten Hasen.

Die «Badischen Neuesten Nachrichten» (BNN) hatten über den Fall berichtet. Demnach war die infizierte 41-Jährige Ende Juni bei einem Fitness-Camp, bei dem die Teilnehmer auch durch Schlamm krochen. Vermutlich gelangte das Bakterium auf diesem Weg oder durch den Stich einer Bremse in ihren Körper.

Der Erreger, das Bakterium Francisella tularensis, kann zum Beispiel durch infizierte Nagetiere oder Zecken auf den Menschen übertragen werden und zeigt sich häufig durch Hautgeschwüre oder Entzündungen der Lymphknoten.

Dass die Krankheit auf den Menschen übertragen wird, kommt laut Karlsruher Veterinäramt «sehr selten» vor. In Karlsruhe gab es aber schon im vergangenen Jahr den Fall eines erkrankten Jägers. Das Robert Koch-Institut (RKI) notierte in diesem Jahr bundesweit 19 Fälle von Hasenpest beim Menschen, im vergangenen Jahr 34 Fälle.

Für freilebende Nagetiere ist Hasenpest (Tularämie) eine tödlich verlaufende und ansteckende Krankheit, beim Menschen lässt sie sich mit Antibiotika behandeln. Die Karlsruherin, die hohes Fieber und geschwollene Lymphknoten unter der Achsel hatte, wurde zunächst mit Verdacht auf eine Sommergrippe behandelt. Erst in einer Klinik wurde Hasenpest diagnostiziert und der Frau geholfen. «Ich hatte wirklich Glück, das war kurz vor knapp», zitiert sie die Zeitung.

Im Jahr 2007 hatten sich im Landkreis Biberach gleich drei Personen angesteckt: Ein 27 Jahre alter Waldarbeiter und dessen Eltern infizierten sich beim Zerlegen eines Feldhasen. Die Familie wurde erfolgreich mit Antibiotika behandelt.

Dem Landesgesundheitsamt zufolge gilt Baden-Württemberg gilt «Endemie-Gebiet», in dem die Krankheit im Vergleich zu anderen Regionen gehäufter auftritt. «Im Umgang mit Hasen empfiehlt sich deshalb, Handschuhe beim Aufbrechen anzuziehen und bei der Zubereitung den Hasen durchzugaren», so ein Sprecher der Behörde.