MTV Stuttgart
Schon das Pokalfinale hatten Stuttgarts Volleyballerinnen verloren - nun auch den Kampf um die Meisterschaft. (Archivbild)
Uwe Anspach/dpa
Baden-Württemberg
«Killerinstinkt» fehlt: MTV Stuttgart erneut ohne Titel

Nach dem Aus im Playoff-Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft wollen die Verantwortlichen von Allianz MTV Stuttgart daran arbeiten, die mentale Stärke der Mannschaft wieder zu steigern. «Uns fehlt so ein bisschen der Killerinstinkt in den entscheidenden Momenten», sagte MTV-Geschäftsführer Aurel Irion nach dem 2:3 (25:20, 21:25, 23:25, 26:24, 13:15) im zweiten und entscheidenden Halbfinale beim Dresdner SC. 

Nachdem das Team von Trainer Konstantin Bitter schon die erste Partie in Stuttgart erst im fünften und letzten Satz verloren und dabei drei Matchbälle vergeben hatte, ging es auch am Mittwochabend in Dresden dramatisch zu. Auch dort gewann Dresden den Tiebreak mit dem knappsten Abstand von zwei Punkten. Damit war das Saisonende des MTV, der die Bundesliga-Hauptrunde klar dominiert hatte, besiegelt.

Großer Kaderumbruch hinterließ Spuren

«Natürlich tut es weh, dass wir jetzt ohne Titel dastehen», meinte Irion nach der zweiten titellosen Saison nacheinander. Denn auch das Pokalfinale hatten die Stuttgarterinnen im Februar gegen den VfB Suhl verloren. Damit wartet der viermalige deutsche Meister seit der Trennung der erfolgreichen Sportdirektorin Kim Renkema im Januar 2025 auf einen Meister- oder Pokaltitel.

Wobei der MTV im vergangenen Sommer einen großen personellen Umbruch zu bewältigen hatte und dabei die drei Führungsspielerinnen Krystal Rivers, Maria Segura Pallerés und Roosa Koskelo verlor. Irion verwies besonders auf die Diagonalangreiferin Rivers, die wichtige Spiele in engen Situationen häufig für Stuttgart entschied. «Jetzt haben wir schmerzlich gesehen, wie es ist, so eine Spielerin nicht mehr zu haben», sagte Irion über die US-Amerikanerin, die ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendete.

Vier Neuzugänge sollen kommen

Zwar verliert das MTV-Team auch in diesem Sommer mehrere wichtige Stützen, der Kader wird sich aber bei weitem nicht so stark verändern wie 2025. Allerdings muss Coach Bitter aus finanziellen Gründen in der kommenden Saison mehr auf junge Talente setzen. 

Aufgrund der Wirtschaftskrise gestalte sich das Sponsoring und damit die Verpflichtung erfahrener Spielerinnen schwieriger als bisher, erklärte Irion. Daher werde Stuttgarts Bundesliga-Etat in nächster Zeit nicht mehr wachsen. Vier externe Neuzugänge will der Club trotzdem holen - und bald wieder um Titel mitspielen.

© dpa-infocom, dpa:260409-930-923065/1

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