Das Innenministerium sieht es kritisch, dass sich immer mehr Menschen in Baden-Württemberg mit Schreckschusspistolen oder Reizgas- und Signalwaffen ausstatten. Um solche Waffen zu führen, brauchen sie einen sogenannten Kleinen Waffenschein.
Höchster Stand seit zwölf Jahren
Im Besitz einer solchen Erlaubnis waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 115.164 Menschen - knapp 2800 mehr als im Jahr davor. Dies ist laut dem Ministerium der höchste Stand der vergangenen zwölf Jahre. Das berichteten die «Stuttgarter Zeitung» und die «Stuttgarter Nachrichten» in der Ausgabe vom Donnerstag zuerst. Zum Vergleich: Ende des Jahres 2020 lag die Anzahl der Kleinen Waffenscheine in Baden-Württemberg noch bei 93.313.
Waffen können Eskalation begünstigen
Aus polizeilicher Sicht ist es laut dem Innenministerium kritisch, wenn sich Bürgerinnen und Bürger mit Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ausstatteten und dies Selbstverteidigungszwecken diene. «Erfahrungen der Polizei zeigen, dass Waffen und Gegenstände zur Selbstverteidigung oft gegen den eingesetzt werden, der sich schützen möchte», teilte ein Behördensprecher auf Anfrage mit. Waffen in einer Konfliktsituation könnten zu einer Gewalteskalation oder Schadensvergrößerung führen. Zudem könnten Waffen bei ihrem Einsatz oder bei unsachgemäßem Gebrauch erhebliche Verletzungen hervorrufen.

Voraussetzungen für die Erteilung des Kleinen Waffenscheins sind demnach Volljährigkeit, Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung. Die zuständige Behörde hat die Inhaber von waffenrechtlichen Erlaubnissen zudem in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch nach Ablauf von drei Jahren, erneut auf ihre Zuverlässigkeit und ihre persönliche Eignung zu überprüfen.
Die Anzahl der Waffenscheine für scharfe Waffen ist laut der Behörde im vergangenen Jahr leicht gestiegen: Von 405 Waffenscheinen im Jahr 2024 auf 446 Waffenscheine im Jahr 2025. Bei den Waffenbesitzkarten geht die Zahl zurück: Von 263.253 im Jahr 2024 auf 262.983 im vergangenen Jahr.
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