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Für die Laserattacke auf einen Polizeihubschrauber muss sich ein Jugendlicher verantworten. Der Pilot hatte den Strahl des Laserpointers aus der Luft bis zu einem Wohnhaus verfolgt.
Für die Laserattacke auf einen Polizeihubschrauber muss sich ein Jugendlicher verantworten. Der Pilot hatte den Strahl des Laserpointers aus der Luft bis zu einem Wohnhaus verfolgt. © Symbolbild: dpa/Dietz
11.12.2012

Laser auf Polizeihelikopter: Pilot jagt Übeltäter

Dummheit hat auch ihre Grenzen. Zum Beispiel dann, wenn jemand versucht, die Besatzung eines fliegenden Polizeihubschraubers mit einem Laserpointer zu blenden. Der Pilot ließ sich das nicht einfach so gefallen und machte Jagd auf den Übeltäter, der seinen gefährlichen Unfug jetzt verantworten muss.

Auf dem Rückflug von einer erfolgreich abgeschlossenen Vermisstensuche bei Heiligkreuzsteinach nahe Heidelberg hatte die Besatzung eines Polizeihubschraubers allerdings eine weniger erfreuliche Begegnung. Als sie sich über einer Gemeinde des südlichen Rhein-Neckar-Kreises befanden, wurde der Pilot von einem Laserpointer geblendet. Zum Glück führte das zu keiner Beeinträchtigung des Flugs.

Die Hubschrauberbesatzung konnte sogar das Anwesen ausmachen, aus dem die Laserblendungen kamen und lotste eine Streifenwagenbesatzung dort hin. Die Polizisten machten einen 15-Jährigen ausfindig, der sich zu der Tat bekannte. Ihn erwartet jetzt eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Der Laserpointer wurde beschlagnahmt.

Angriffe auf Piloten mit Laserpointern haben drastisch zugenommen. Laut Luftfahrt-Bundesamt sind im vergangenen Jahr 279 Attacken auf deutsche Flugzeuge gemeldet worden. 2009 seien es noch 36 gewesen. Fast alle Angriffe richteten sich 2011 gegen Passagierflugzeuge. In sechs Fällen waren Hubschrauber betroffen, in vier Fällen Frachtmaschinen. Deutschlandweit am stärksten betroffen ist den Angaben zufolge der Flughafen Frankfurt/Main.

In diesem Jahr traf es innerhalb weniger Tage Piloten von Linienflugzeugen beim Landeanflug auf den Baden-Airport in Rheinmünster (Kreis Rastatt). Einmal saßen 32 Passagiere, einmal 126Fluggäste plus Besatzung in den Flugzeugen, die von einer Laserpointer-Attacke getroffen wurden. In einem Fall mussten die Piloten in ungefähr 1500 Meter Höhe den Kopf zur Seite drehen, als sie ein grüner Laserstrahl aus dem Raum Ettlingen für mehrere Sekunden traf.

Ein achtjähriger Junge hatte in Karlsruhe mit seinem Laserpointer einen 57-jährigen Spaziergänger geblendet und dabei im Auge verletzt. Auch Blendattacken auf Autofahrer werden immer häufiger gemeldet. pol

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