Symbolbild: dpa
Baden-Württemberg
Leiche im Anglersee: Mord aus Gründen der Blutrache?

Ulm. Vor fast acht Monaten wurde die Leiche eines jungen Mannes in einem Anglersee bei Erbach (Alb-Donau-Kreis) entdeckt - nun hat die Staatsanwaltschaft Ulm den mutmaßlichen Mörder angeklagt. Es soll sich um einen Blutrache-Akt unter Albanern handeln.

Dem 46-jährigen Verdächtigen aus Göppingen werde vorgeworfen, sein 19 Jahre altes Opfer „mit einer Vielzahl an wuchtig geführten Schlägen mutmaßlich mit einem Hammer gegen den Kopf“ getötet zu haben, teilte die Anklagebörde am Montag mit. Danach soll er die Leiche in den See geworfen haben, wo sie Ende Mai 2017 gefunden wurde.

Die Staatsanwaltschaft geht nach ihren Ermittlungen - darunter in Südosteuropa - davon aus, dass es sich bei dem Mord um Blutrache handelte. Hintergrund sei ein im Jahr 2000 in Albanien begangenes Tötungsdelikt. Das zuletzt in Nordrhein-Westfalen ansässige 19-jährige Mordopfer sei ein Neffe des damaligen Täters gewesen.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der mutmaßliche Mörder, der seit Ende Juni in Untersuchungshaft sitzt, von einem Mittäter unterstützt wurde. Dieser sei bislang flüchtig. Der nicht vorbestrafte Angeklagte bestreitet die Tat.