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Spurensuche in Steinheim an der Murr: Zuerst hat ein 53-jähriger Deutscher auf einen Pizzaboten geschossen, dann traf ihn wenig später eine Kugel aus einer Poilzeiwaffe im Gesicht. 
Spurensuche in Steinheim an der Murr: Zuerst hat ein 53-jähriger Deutscher auf einen Pizzaboten geschossen, dann traf ihn wenig später eine Kugel aus einer Poilzeiwaffe im Gesicht.  © dpa
© Symbolbild: dpa
16.09.2017

Mann schießt auf Pizzaboten und wird später von Kugel aus Polizeiwaffe getroffen

Steinheim an der Murr. Zuerst soll er zweimal auf einen Pizzaboten geschossen haben, dann traf ihn wenige Stunden später eine Kugel aus der Dienstwaffe eines Polizisten im Gesicht. Am späten Freitagabend ist ein 53-jähriger Deutscher nach einem versuchten Tötungsdelikt an der Mörikestraße in Steinheim an der Murr von der Polizei angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge ist der Mann dringend tatverdächtig, gegen 18 Uhr auf offener Straße unvermittelt auf einen 45-Jährigen geschossen zu haben. Das Opfer ist Pizzalieferant und war in einem Auto in Steinheim an der Murr unterwegs. Der zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Täter fuhr auf einem Roller hinter ihm und soll gedrängelt haben. Auf der Suche nach einer Lieferadresse hielt der 45-Jährige an.

Der Rollerfahrer stoppte sein Fahrzeug neben dem Auto des Pizzaboten, ging auf den Autofahrer zu und schoss auf den inzwischen ausgestiegenen 45-Jährigen. Der wurde getroffen und ergriff sofort die Flucht. Der Angreifer setzte ihm nach und soll noch einen weiteren Schuss abgegeben haben, der das Opfer nicht traf. Der 45-Jährige erlitt eine schwere Handverletzung und wurde mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.

Sofort nach dem Angriff fuhr der Schütze auf dem Roller davon. Es wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen im Stadtgebiet von Steinheim eingeleitet, an denen auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen gelang es, den Schützen zweifelsfrei als den 53-Jährigen zu identifizieren. Kurz vor 23 Uhr traf der Tatverdächtige beim Verlassen des Wohnhauses auf Kriminalbeamte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass sich im Verlauf der Einsatzmaßnahmen ein Schuss aus der Dienstwaffe des im Zugriff befindlichen Kriminalbeamten löste, der den 53-Jährigen im Gesicht traf und lebensgefährlich verletzte. Er wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Sein Gesundheitszustand ist zwischenzeitlich stabil.

Bei der Festnahme hatte er eine scharfe Schusswaffe (Pistole, Kaliber 9 mm), bei sich und war vermutlich alkoholisiert. Der Polizeibeamte wurde nicht verletzt. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen beider Vorfälle dauern an. Im Fall des verletzten 53-jährigen Tatverdächtigen erfolgt dies durch die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Heilbronn, da der Kripobeamte zum Polizeipräsidium Ludwigsburg gehört und seine Kollegen deshalb nicht gegen ihn ermitteln dürfen.

Die Schusswaffe des Verdächtigen wurde sichergestellt. Ob der Mann sie legal besaß, werden die Ermittlungen zeigen müssen. Auch müssen weitere Untersuchungen erst noch ergeben, ob der Tatverdächtige zum Beispiel in einem psychischen Ausnahmezustand gehandelt oder eine bereits dokumentierte Neigung zu solch brutalen Handlungen hat.  

Das erinnert an eine Schießerei in Illingen Anfang März diesen Jahres, als unbekannte Täter mit einer scharfen Schusswaffe mehrfach gezielt auf die Geschädigten geschossen haben sollen. Im Zuge der Ermittlungen suchte die Kriminalpolizei nach einem schwarzen Porsche mit Pforzheimer Kennzeichen der mit mehreren männlichen Personen und einer weiblichen Person besetzt war. Drei Personen aus Illingen waren zuvor in einem roten Kleinwagen von Pforzheim nach Illingen unterwegs gewesen zu sein und wurden scheinbar von dem Porsche bis nach Illingen verfolgt.

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