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Ein 49-Jähriger war 15 Jahre mit einem gefälschten Führerschein unterwegs und dabei in zehn Polizeikontrollen geraten, ohne dass der manipulierte "Lappen" einem Polizisten als Fälschung aufgefallen wäre.
Ein 49-Jähriger war 15 Jahre mit einem gefälschten Führerschein unterwegs und dabei in zehn Polizeikontrollen geraten, ohne dass der manipulierte "Lappen" einem Polizisten als Fälschung aufgefallen wäre. © Symbolbild: dpa
06.06.2012

Mit gefälschtem Führerschein in 15 Jahren 10 Polizeikontrollen überstanden

Schwäbisch Gmünd. "Ihren Führerschein, bitte." Wenn man als Autofahrer solch eine Aufforderung hört, kann man schon einmal leicht ins Schwitzen geraten und selbst ohne Schuldbewusstsein ein schlechtes Gewissen bekommen. Ein Mann aus Schwäbisch Gmünd bekam seit rund 15 Jahren mit schöner Regelmäßigkeit das große Nervenflattern, wenn er nach seinem Führerschein gefragt wurde. Nicht ohne Grund, denn bei der elften Polizeikontrolle ist sein Schwindel mit einer gefälschten Fahrerlaubnis aufgeflogen.

Zehnmal waren die Führerschein-Kontrollen wohl eher kein Ruhmesblatt für die Polizei, aber beim elften Mal konnten die Beamten zugeschlagen. Künftig hat ein 49-Jähriger, der noch nie eine echte Fahrerlaubnis besaß, auch keinen falschen Führerschein mehr. Ein kleiner Verkehrsunfall in Hessen war der Anfang vom Ende des selbst ernannten Führerscheinbesitzers. Weil er der hessischen Polizei seinen Führerschein nicht vorzeigen konnte, wurden die Beamten seines Wohnortes gebeten, die Daten einzusehen und zu übermitteln.

Dem Schwäbisch Gmünder Polizisten zeigte der 49-Jährige seinen alten grauen Führerschein - im Volksmund auch "Lappen" genannt. Das hatte er schon erstaunlich oft getan. Immer war es gut für ihn ausgegangen. Dieses Mal jedoch erkannten die Polizisten, dass der Führerschein gefälscht war.

Etwa 1997, so erinnerte sich der Sünder, fand er den Führerschein. Er schrieb ihn dann später um. Doch das Autofahren traute er sich erst zwei Jahre später zu.

Bereits ein Jahr danach geriet er in die erste Polizeikontrolle und ging schwitzend, aber unbehelligt daraus hervor. Und jedes Mal fühlte er sich ein bisschen sicherer bei den folgenden Kontrollen, die er magisch angezogen haben muss, traf es ihn doch nahezu jährlich. Und das, obwohl er sich geradezu mustergültig verhalten habe, um ja nicht aufzufallen. Nahezu eine Verkehrssicherheitsmaßnahme war die Angst vor der Entdeckung, denn Alkohol trank der 49-Jährige natürlich auch nie, wenn er fuhr.

So schlecht war die Fälschung wohl auch nicht, obwohl nicht nur einmal aufgefallen sei, dass er sich bei dem verfälschten Prüfungsdatum verrechnet hatte. Demnach hätte er die Klasse 3 schon mit 17 Jahren erworben. Der 49-Jährige konnte sich aber jedes Mal mit dem Hinweis auf eine Ausnahmegenehmigung herausreden und die Kontrolle bestehen. Bis der "Lappen" jetzt dem Gmünder Polizeibeamten in die Hände fiel.

Seine Freifahrten ohne Führerschein haben nun ein Ende. Er wird wegen Urkundenfälschung und fortgesetztem Fahren ohne Fahrerlaubnis anzeigt. Außerdem musste auch noch seiner Frau sein Vergehen beichten, denn die trat erst nach der ungerechtfertigten Führerschein-Besitznahme in sein Leben und ging seither gutgläubig davon aus, mit einem respektablen Führerscheininhaber verheiratet zu sein. pol