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Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst stehen am 13.07.2016 vor einem Haus in Munderkingen (Baden-Württemberg).
Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst stehen am 13.07.2016 vor einem Haus in Munderkingen (Baden-Württemberg). © dpa
21.06.2017

Mordprozess - Vater soll Kind mit Kohlenmonoxid getötet haben

Ulm (dpa/lsw) - Vor dem Landgericht Ulm muss sich von Mittwoch an ein Vater als mutmaßlicher Mörder seines sechsjährigen Sohnes verantworten. Der heute 43-Jährige hat laut Anklage im Juli vergangenen Jahres versucht, das Kind und sich selbst durch Kohlenmonoxid zu vergiften. Dafür habe er im Schlafzimmer seiner Wohnung in Munderkingen einen Holzkohlegrill entzündet. Der Junge starb an den giftigen Gasen.

Der Vater wurde leblos aufgefunden, konnte aber reanimiert werden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem sogenannten erweiterten Suizid aus. Das Motiv: Der Mann habe befürchtet, das Sorgerecht für seinen Sohn an dessen Mutter zu verlieren, von der er geschieden worden war. «Die Anklage bewertet die Tat als Mord, weil der Täter gegenüber dem ahnungslosen Kind heimtückisch gehandelt habe», erklärte der Sprecher des Ulmer Landgerichts, Richter Wolfgang Tresenreiter.