Oppenau. Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter hat an den flüchtigen 31-Jährigen von Oppenau appelliert, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Das könne auch über Freunde oder die Familie geschehen, sagte er am Freitag in Oppenau.
"Wir sind nicht auf Konfrontation aus. Wir wollen - und das ist mir besonders wichtig - für alle Beteiligten eine gesunde Lösung. Wir wollen eine Entspannung hier im Raum Oppenau erreichen. In der Bevölkerung, bei seinen Freunden, bei uns, aber vor allem in seiner Familie und bei ihm. Deshalb meine Bitte an ihn: Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, über Freunde oder die Familie!", sagte Rentner auf einer Pressekonferenz.


Bewaffneter Mann in Baden-Württemberg weiter auf der Flucht – rechtsradikaler Hintergrund bei Täter ermittelt
Die Ermittler gehen weiter davon aus, dass sich der Mann, der am Sonntag vier Polizeipistolen geraubt hatte, im Wald bei Oppenau im Ortenaukreis aufhält. Da der Ort nicht abgeriegelt oder umstellt sei, könne der Mann problemlos zu Kontaktpersonen gelangen.
Polizei stuft Flüchtigen als weniger gefährlich ein
Offenbar ist man sich bei der Polizei aber inzwischen nicht mehr so sicher, dass der Gesuchte tatsächlich so gefährlich sei, wie zunächst angenommen, erklärte Rentner. "Die Gefährlichkeit der Person kann ich nicht mehr so vertreten", sagte er. Grund für die Einschätzungen seien demnach Aussagen von Freunden und Familie des Flüchtigen.
Auch nach fünftägiger Suche fehlte am Freitag noch jede Spur von dem vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz. Er war am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in einer illegal von ihm genutzten Hütte in den Wald geflohen. Er hatte vier Beamte mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen.
Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Mann als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt worden war. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Alter von 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks so verändert, dass die Aufschrift die Worte "Juden weg" enthielt. Zudem sei eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindlicher Äußerungen.

