760_0900_110394_urn_newsml_dpa_com_20090101_200113_90_02.jpg
Neu an der Spitze der Landespolizei: Stefanie Hinz.  Foto: dpa 

Neue Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz fordert mehr Respekt vor Polizei

Stuttgart. Die neue Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz hat bei ihrer Amtseinführung für mehr Respekt und Wertschätzung für die Polizei des Landes geworben. Die Beamten hätten 2019 allein in Stuttgart auf 1600 Kundgebungen das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit geschützt, sagte Hinz am Montag in Stuttgart. „Es sollte in unserer aller Sinne sein, das tatsächlich wertzuschätzen.“

Die Kollegen stünden draußen „mit Leib und mit Seele“ an vorderster Linie, auch wenn sie zum Feindbild erklärt, gezielt angepöbelt und attackiert würden. Das sei nicht akzeptierbar, sagte Hinz. Man müsse deutlich machen, dass Polizisten auch Menschen seien. Dafür wolle sie sich in ihrem neuen Amt einsetzen.

Hinz ist die erste Frau auf dem Posten. Die 47-jährige Juristin hat Anfang des Jahres die Nachfolge von Gerhard Klotter angetreten, der sich auf eigenen Wunsch in den Ruhestand verabschiedete. Zuletzt war Hinz als Abteilungsleiterin im Wirtschaftsministerium für die Bereiche Strategie, Recht, Europa und Außenwirtschaft zuständig.

Als Landespolizeipräsidentin ist die gebürtige Norddeutsche nun Chefin von 33.000 Mitarbeitern, darunter rund 24.500 Vollzugsbeamte. Sie wird zudem im Innenministerium das Landespolizeipräsidium leiten, die oberste taktische und operative Ebene der Polizei. Außerdem vertritt sie das Innenministerium in polizeilichen Grundsatzangelegenheiten auf Bundes- und europäischer Ebene.

Hinz sagte, sie habe Respekt vor der neuen Aufgabe und vor der Arbeit der Polizei. Das Vertrauen in die Polizei müsste auch innerhalb der Polizei gesichert werden. „Wir dürfen nicht hinnehmen, wenn sich bei Kollegen Frust und Resignation breit machen“, sagte sie. Hinz versprach den Polizisten im Land, zuzuhören. „Ich will wissen, wo der Schuh drückt“, sagte sie.

Besonders die Nachwuchsgewinnung liege ihr am Herzen, sagte die Präsidentin. Die Polizei stehe im Wettbewerb um kluge Köpfe. Über die Legislaturperiode stelle die Polizei bereits 9000 Menschen ein. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass die Einstellungszahlen auf hohem Niveau bleiben.