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Ein Prosit auf die Zukunft? Bürgermeister Achim Krafft, Stefan Mappus und seine Ehefrau Susanne Verweyen-Mappus mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Mack (von links) am vergangenen Sonntag am Bucher Stausee zur Eröffnung der Benefiz-Regatta „Segeltaxi“.
Ein Prosit auf die Zukunft? Bürgermeister Achim Krafft, Stefan Mappus und seine Ehefrau Susanne Verweyen-Mappus mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Mack (von links) am vergangenen Sonntag am Bucher Stausee zur Eröffnung der Benefiz-Regatta „Segeltaxi“. © Bühler
13.07.2011

Neuer Job: Stefan Mappus hat es nicht eilig

PFORZHEIM. Als Ministerpräsident hat er gearbeitet bis zur letzten Minute: Noch in der Nacht zum 11. Mai machte sich Stefan Mappus persönlich ein Bild an der Absturzstelle eines Polizei-Hubschraubers bei Engelsbrand. Am 12. Mai wurde sein Nachfolger Winfried Kretschmann ins Amt gewählt. Am Hungertuch muss Stefan Mappus nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Ministerpräsidenten jedoch nicht nagen.

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Seither ist es still geworden um den einstigen Senkrechtstarter der Südwest-CDU. Mappus selbst räumte nach der Niederlage bei der Landtagswahl am 27. März ohne Umschweife ein, seine Zukunft nicht als Hinterbänkler im baden-württembergischen Landtag zu sehen. Doch wie seine Zukunftspläne aussehen, darüber schweigt sich Mappus seither aus – mit dem Hinweis darauf, noch Bedenkzeit zu brauchen. So lässt sich dieser Tage zunächst aufzählen, wo Mappus nicht war. Auf der Stallwächter-Party der grün-roten Landesregierung in Berlin zum Beispiel – genausowenig allerdings, wie seine Vorgänger Günther Oettinger und Erwin Teufel oder Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber auch in Pforzheim macht sich Mappus – immerhin mit über 44 Prozent direkt gewählter Landtagsabgeordneter – rar.

Bei der Verleihung des Reuchlin-Preises der Stadt Pforzheim am vergangenen Wochenende etwa – ein Pflichttermin für den örtlichen Landtagsabgeordneten – wurde er nicht gesehen.
Dafür begleitete Mappus am vergangenen Sonntag seine Frau nach Rainau-Buch im Ostalb-Kreis. Susanne Verweyen-Mappus hat die Schirmherrschaft für die Benefiz-Regatta „Segeltaxi“ übernommen. Aus der „Schwäbischen Post“ lächelte das Ehepaar Mappus gemeinsam mit dem örtlichen Bürgermeister und dem CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Mack – jeder in der Hand eine stattliche Halbe. Mack wird sich über den nach wie vor prominenten Besucher gefreut haben: Er will schließlich Parteivorsitzender in Baden-Württemberg werden. Am Wochenende zuvor hatte sich Mappus in Jagsthausen an der diesjährigen Premiere des Freilicht-Schauspiels „Götz von Berlichingen“ ergötzt.

Im Landtag, bis dato seine große Bühne, hat sich Stefan Mappus eingereiht. Man sehe es ihm immer wieder an, dass ihm bei der einen oder anderen Debatte ein Kommentar auf der Zunge liegt, berichten Fraktionskollegen. Allein: Mappus beherrscht sich und schweigt. Das konstatierte jüngst sogar der Grünen-Abgeordnete Bernd Murschel, der als Betreuungsabgeordneter für die von den Regierungsfraktionen abgeschnittene Region Nordschwarzwald fungiert. Mappus und Murschel – beide Anfangsbuchstabe „M“ – sitzen deshalb im Plenum des Landtags gar nicht allzu weit voneinander entfernt. Von Spitzzüngigkeiten des ehemaligen Ministerpräsidenten weiß Murschel jedenfalls nichts zu berichten. Und so bringt es Mappus auch im sozialen Netzwerk „Twitter“ derzeit gerade einmal noch auf vielleicht zehn Erwähnungen am Tag – zu Landtagswahlzeiten waren es Hunderte, größtenteils aus der untersten Schublade. Der letzte Eintrag auf seiner Homepage www.stefan-mappus.de datiert vom 28. März. Mappus, daran kann derzeit kein Zweifel sein, bereitet sich auf das eigentlich Unvorstellbare vor: seinen Abschied aus der Politik. Er wolle ins Ausland heißt es. Gerüchteweise wurde er bereits mit dem Darmstädter Pharma-Hersteller Merck in Verbindung gebracht, als Repräsentant in Südamerika. Mittlerweile sei als Alternative auch Asien im Gespräch. Der Flurfunk ist zumindest insofern als belastbar einzuordnen, als sich Mappus’ Zweitkandidatin Marianne Engeser dieser Tage für ihren Einzug in den Landtag rüstet. Mappus selbst ließ der PZ auf Nachfrage über sein Stuttgarter Büro mitteilen, dass es mit Blick auf seine berufliche Zukunft noch keinerlei Entscheidungen gebe und er daher auch noch nichts dazu sagen könne. Momentan stünden zunächst die noch ausstehenden Basiskonferenzen auf der Agenda. An 23. Juli wolle er im Rahmen eines Landesparteitages den Vorsitz der CDU Baden-Württemberg in die Hände seines Nachfolgers legen. Mit weiteren Fragen werde er sich im Laufe der Sommerpause beschäftigen.

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