Wahl
Acht Kandidaten wollen Oberbürgermeister in Baden-Baden werden. (Symbolbild)
Uwe Anspach/dpa
Baden-Württemberg
OB-Wahl in Baden-Baden - wer macht das Rennen?

Die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Baden dürfen im März gleich zweimal ihre Stimme abgeben: Neben der Landtagswahl am 8. März steht in der Kurstadt am gleichen Tag auch die Wahl eines neuen Rathauschefs oder einer Rathauschefin an. Acht Kandidaten sind nach Angaben der Stadt zugelassen, darunter eine Frau. Bis auf eine Ausnahme sind alle parteilos.

Die Wahl eines neuen Stadtoberhaupts findet weit früher statt als einst vorgesehen. Denn der vorige OB Dietmar Späth (parteilos) war Ende des Jahres nach langer Hängepartie wegen Dienstunfähigkeit aus dem Amt geschieden. Eigentlich hätte seine achtjährige Amtszeit erst 2030 geendet. Späth war viele Monate krankgeschrieben gewesen und Mitte Januar dann offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden.

Nun soll die Stadt, die wie so viele Südwest-Kommunen in einer schweren Finanzkrise steckt, von seiner Nachfolge in eine neue Zukunft geführt werden. Die knapp 42.000 Wahlberechtigten können sich dabei zwischen der Industriekauffrau Lencke Wischhusen, den Geschäftsführern Marius Pana und Stefan Hertweck, Ex-SWR3-Chef und Medienmanager Thomas Jung, dem Getränkehändler Günther Tammert sowie dem pensionierten Polizeibeamten Jürgen Rahner und Bankkaufmann Philippe Maisch (alle parteilos) entscheiden. Außerdem zur Wahl steht der AfD-Bundestagsabgeordnete Alexander Arpaschi. 

Wischhusen setzt sich nach eigenem Bekunden für solide Finanzen und ein Mobilitätskonzept mit weniger Staus und mehr Sicherheit ein, außerdem für Sauberkeit in der Stadt. 

Weniger Schulden und stabile Finanzen hat auch Thomas Jung laut seinem Wahlprogramm auf der Agenda, ebenso wie Philippe Maisch. Der Unternehmer Pana sowie Getränkehändler Tammert und der AfD-Politiker Arpaschi betonen, sich gleichfalls vor allem der Haushaltkrise zu widmen zu wollen. Auch Stefan Hertweck rückt seine wirtschaftliche Kompetenz den Mittelpunkt. Jürgen Rahner geht es unter anderem um bezahlbaren Wohnraum.

Erreicht keiner der acht Kandidaten auf Anhieb die absolute Mehrheit, wird am 22. März in einer Stichwahl erneut gewählt. Dann reicht die einfache Mehrheit der Stimmen. In der ersten Runde am 8. März ist mit vorläufigen Ergebnissen erst am späten Abend zu rechnen. Zuerst muss die Landtagswahl ausgezählt werden.

Vor einem künftigen Rathauschef oder einer Rathauschefin liegen mit Blick auf den Haushalt schwierige Aufgaben. Die Kurstadt rechnet nach Angaben von Ende Dezember vergangenen Jahres mit einem Defizit von 40 bis 66 Millionen jährlich. Um die Krise zu bewältigen, war auch eine Expertenkommission eingesetzt worden.

© dpa-infocom, dpa:260227-930-742410/1

VG WORT Zählmarke