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Zehn Jahre nach dem Baustart von Stuttgart 21 haben sich die Kosten fast verdoppelt. Weitere Preissteigerungen sind möglich. Einer der Väter des Bahnprojekts lässt sich davon nicht beeindrucken: Selbst wenn er das damals schon gewusst hätte, hätte er zugestimmt. 

Oettinger: Stuttgart 21 nicht zu teuer

Stuttgart. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hält das Bahnprojekt Stuttgart 21 trotz der enormen Preissteigerung für nicht zu teuer. «Das wird mal die zentrale Verkehrsinfrastruktur Baden-Württembergs werden», sagte Oettinger der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Der Flughafen wird's nie werden. Die Autobahn wird immer ein Problem sein. Die Schiene wird Weltklasse werden.»

Im Finanzierungsvertrag, den Oettinger 2009 unterzeichnet hatte, waren noch 4,5 Milliarden Euro festgelegt worden. Inzwischen liegt der Kostenrahmen bei 8,2 Milliarden Euro; weitere Preissteigerungen sind nicht auszuschließen. Selbst wenn er damals gewusst hätte, dass es zehn Milliarden Euro werden, hätte er zugestimmt, sagte Oettinger. «Ich bin sicher: Wenn der Bahnhof eingeweiht ist, wird er für Architekten aus der ganzen Welt ein Mekka werden, ein Anziehungspunkt.»

Bis Ende 2025 soll der Bahnknoten Stuttgart neu geordnet sein. Die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr sollen sich dadurch erheblich verkürzen. Oettinger war von 2010 bis 2019 EU-Kommissar in Brüssel.