Landtag von Baden-Württemberg
Ministerpräsident Özdemir und Innenminister Hagel sind sich einig, wer die nächste Bundespräsidentin werden soll. (Archivbild)
Christoph Schmidt/dpa
Baden-Württemberg
Özdemir und Hagel unterstützen Aigner als Bundespräsidentin

In Baden-Württemberg gibt es Einigkeit in der grün-schwarzen Landesregierung: Ilse Aigner soll zur nächsten Bundespräsidentin gewählt werden. Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Innenminister Manuel Hagel (CDU) sprachen sich beide für die CSU-Politikerin aus.

Özdemir will parteiübergreifende Kandidatin

Nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits mehrere mächtige Unionspolitiker für die Ilse Aigner als Bundespräsidentin ausgesprochen hatten, folgte mit Özdemir nun auch ein einflussreicher Grüner. 

«Gerade wenn die Gräben im Land tiefer werden, brauchen wir eine Persönlichkeit, die Brücken baut und Menschen zusammenführt», sagte Özdemir. «Aigner ist bodenständig, hat ein Gespür für die Sorgen der Menschen und spricht ihre Sprache.»

Die CSU-Politikerin bringe viel von dem mit, was dieses Amt gerade jetzt brauche. «Das habe ich schon im Sommer gesagt und dazu stehe ich», sagte Özdemir. Nach zwölf Männern an der Staatsspitze sei es höchste Zeit für eine Frau im Schloss Bellevue. 

Özdemirs Wunsch bleibe darüber hinaus, dass sich CDU, CSU, SPD und Grüne auf eine gemeinsame Kandidatin verständigten. Wer das ganze Land zusammenhalten solle, brauche breiten Rückhalt über Parteigrenzen hinweg. «Generell würde ich mir in der Nachfolgedebatte etwas mehr Zurückhaltung wünschen - öffentliche Spekulationen dürfen nicht auf Kosten der Kandidatinnen und der Würde des Amtes gehen», sagte Özdemir.

Auszeichnung von Mödlareuth zum "Ort der Demokratie"
Aigner (CSU) ist derzeit Präsidentin des bayerischen Landtags. (Archivbild)
Pia Bayer/dpa

Auch Hagel unterstützt Aigner

Auch Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Özdemirs Kabinettskollege Hagel (CDU) sprachen sich für Aigner als Bundespräsidentin aus. «Ilse Aigner hat meine volle Unterstützung als gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin», sagte Hagel der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. 

«Ihr Ansehen reicht weit über die eigenen Reihen hinaus. Sie verbindet Klarheit mit Herzlichkeit. Immer auf Augenhöhe, immer empathisch.» Er verwies auf das rauer werdende politische Klima in der Bundesrepublik. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass etwas ins Rutschen gerate. «Gerade jetzt braucht Deutschland als Staatsoberhaupt eine Stimme, die zusammenführt.»

Bundesweit gab es auch aus den Reihen der SPD Unterstützung für Aigner als Bundespräsidentin. So sprachen sich etwa Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlands und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke für Aigner aus. Woidke bezeichnet die CSU-Politikerin als «die perfekte Kandidatin». Eine Entscheidung wird Anfang kommender Woche erwartet, wenn sich CDU-Präsidium und -Vorstand mit der Frage beschäftigen.

Wahl des Bundespräsidenten
Auch bei der letzten Bundespräsidenten-Wahl waren Promis aus dem Südwesten dabei. (Archivbild)
Bernd Von Jutrczenka/dpa

Landtag wählt unter anderem Promis für Bundesversammlung

Nachdem in Baden-Württemberg die Landtags-Fraktionen jeweils eigene Kandidaten für die Bundesversammlung nominiert hatten, wurden nun die 82 Mitglieder und Ersatzmitglieder im Landtag gewählt. Die Grünen und die CDU stellen mit jeweils 29 Personen die größten Gruppen. Dazu kommen 18 Vertreter der AfD und sechs der SPD.

Unter den Kandidaten sind auch Promis: Die CDU nominierte etwa Ex-VfB-Fußballer Cacau und Unternehmer Reinhold Würth. Die Grünen stellten unter anderem Pur-Sänger Hartmut Engler und die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard auf. 

AfD und SPD hingegen setzten auf ihre eigenen Leute und stellten ausschließlich Abgeordnete aus der eigenen Partei auf. Auch bei vergangenen Wahlen zum Bundespräsidenten waren Promis aus dem Südwesten dabei. So wählten unter anderem bereits Ex-Fußball-Bundestrainer Hansi Flick und sein Vorgänger Jogi Löw mit.

Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über Steinmeiers Nachfolge. Sie setzt sich aus den 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Wahlleuten der Länder zusammen.

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