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Der Instagram-Star Pamela Reif wartet im Landgericht Karlsruhe zusammen mit ihrem Anwalt Joachim Ritter von Strobl-Albeg auf den Beginn ihrer Verhandlung.
Der Instagram-Star Pamela Reif wartet im Landgericht Karlsruhe zusammen mit ihrem Anwalt Joachim Ritter von Strobl-Albeg auf den Beginn ihrer Verhandlung. © dpa
21.03.2019

Pamela Reif unterliegt vor Gericht – das ist ihre Reaktion

Karlsruhe. Die Influencerin Pamela Reif muss Links (Tags) zu Markenherstellern in ihren Instagram-Fotos künftig als Werbung kennzeichnen. Die 22-Jährige verlor am Donnerstag vor dem Landgericht Karlsruhe einen Prozess um Schleichwerbung. Der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb hatte in drei Fällen eine Unterlassungsverfügung gegen die 22-Jährige erwirkt.

«Der kommerzielle Zweck muss kenntlich gemacht werden», sagte der Richter. Besonders die überwiegend jungen Menschen, die zu Reifs 4,1 Millionen Followern gehören, seien leicht zu beeinflussen und müssten geschützt werden. Das Urteil der Kammer für Handelssachen ist nicht rechtskräftig. Reifs Anwalt kündigte an, in Berufung vor das Oberlandesgericht (OLG) zu gehen. (Aktenzeichen 13 O 38/18)

Da es sich um eine der ersten Entscheidungen in einem solchen Hauptsacheverfahren handele, könne die Sache auch bis zum Bundesgerichtshof gehen, um offene Fragen zu klären, sagte der Richter. Ende April soll in einem ähnlichen Verfahren in München über Cathy Hummels' Instagram-Auftritt entschieden werden. Das Berliner Kammergericht urteilte im Fall der Influencerin Vreni Frost, dass Links auf die Instagramseiten von Unternehmen als Werbung gekennzeichnet werden müssen, es sei denn die Posts seien ein grundrechtlich geschützter redaktioneller Beitrag. (Urteil vom 8. Januar 2019, Aktenzeichen 5 U 83/18)

Das Gericht wertete Reifs Vorgehen als Wettbewerbsverstoß. Ihre geposteten Fotos weckten das Interesse an den getragenen Kleidungsstücken und Accessoires. «Indem die Nutzer durch nur zwei Klicks auf die Herstellerseite gelangen können, werden Image und Absatz des jeweiligen Herstellers gefördert», teilte das Gericht mit.

Später meldet sich Reif auch auf Instagram zu Wort: 

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Ich habe heute in meinem Prozess gegen den Verein VSW verloren. Nach dem Urteil bin ich verpflichtet, private Posts mit Tap Tags oder Verlinkungen als Werbung zu markieren - selbst wenn ich mir die Produkte selbst gekauft habe und sie euch wirklich nur empfehlen möchte. Ihr wisst dann zwar nicht mehr, was tatsächlich eine bezahlte Kooperation und was ein privater Tipp war - aber hoffentlich helfen euch die Werbemarkierungen weiter? 😅 Außerdem: wenn ich etwas als Werbung kennzeichne, ohne eine Kooperation mit der markierten Firma zu haben, verstoße ich ebenfalls gegen das Gesetz und könnte von dem Unternehmen abgemahnt werden.. wie man dieses Problem jetzt lösen soll? Unklar. Meiner Meinung nach verletzt das Ganze mein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Ich muss die Entscheidung des Gerichts erstmal hinnehmen und befolgen, werde aber weiterhin für meine Ansicht gerade stehen und in Berufung gehen.

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Reif hatte in der Verhandlung im Januar argumentiert, sie trenne zwischen bezahlter Werbung für Produkte und privaten Posts. Das ist nach Überzeugung des Gerichts aber nicht möglich. «Das Geschäftsmodell basiert darauf, privat und geschäftlich zu vermischen.» Je besser eine Influencerin in der Community vernetzt sei, desto höher sei ihr Werbewert.

Die 22 Jahre alte Karlsruherin gehört zur Spitzengruppe der Influencer in Deutschland und wird bei der Zahl der Follower nur von wenigen übertroffen, darunter von den Stuttgarter Zwillingen Lisa und Lena, die auf 14,3 Millionen kommen.

Noch fehlt ein Grundsatzurteil des BGH zum Thema. 2014 hatten die Karlsruher Richter im Fall eines Printmediums entschieden, dass der Zusatz «sponsored by» kein Ersatz für die Kennzeichnung einer Werbung als «Anzeige» ist. (Urteil vom 6. Februar 2014, Aktenzeichen: I ZR 2/11)

Influencer kann wörtlich mit Beeinflusser übersetzt werden. Tatsächlich sind es Menschen, die in sozialen Medien wie Instagram, Facebook oder Youtube eine große Zahl von Freunden oder Followern haben und bei bestimmten Themen eine Meinungsführerschaft und Vorbildfunktion einnehmen.

Grundlage der Unterlassungsverfügungen ist das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. In Paragraf 5a, Absatz 6, heißt es: «Unlauter handelt, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern sich dieser nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt, und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er anderenfalls nicht getroffen hätte.»

Der Verband Sozialer Wettbewerb hat nach eigenen Angaben seit 2017 einzelne Abmahnungen, zusammen im niedrigen zweistelligen Bereich, ausgesprochen.

Meiricher
22.03.2019
Pamela Reif unterliegt vor Gericht – das ist ihre Reaktion

Tja so ist das nun mal. Gesetze gelten auch für Blödchen, die mit nix Kohle machen, weil andere Blödchen meinen es ist toll, ihr zu "followen". Was ein ausgemachter Schwachsinn. Diese werbe-Follow-kacke gehört einfach unterbunden. Da kleistert sich ein Junghuhn irgend welche Schminge in Multilayern ins pickelige Gesicht, Tausende finden diesen Scheiß toll und schwupp, bekommt das Oberküken millionen. Und das geschieht mit jedem ausgemachten Dreck im Internet. Dass all diese blinden und offenbar ...... mehr...