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Beim Papstbesuch in Freiburg werden voraussichtlich bis zu 5000 Polizisten im Einsatz sein.
Papstbesuch: Polizei und Kirche richten die Betten © dpa
13.07.2011

Papstbesuch: Polizei und Kirche richten die Betten

FREIBURG. Die Polizei auf Bettensuche: Beim Papstbesuch in Freiburg werden voraussichtlich bis zu 5000 Polizisten im Einsatz sein. Sie kommen aus ganz Deutschland - und brauchen Hotels und Verpflegung.  

Joachim Metzger, Hans-Martin Berl und ihre Kollegen von der Bereitschaftspolizei im badischen Lahr (Ortenaukreis) sind in den vergangenen vier Monaten zu Hotelexperten geworden. Ihre Aufgabe: Unterkünfte finden für die Polizisten, die beim Besuch von Papst Benedikt XVI. Ende September in Freiburg im Einsatz sind. Zudem müssen sie die Verpflegung organisieren für die Beamten. Es ist eine logistische Herausforderung.

 

«Wir sind in den vergangenen Monaten als touristische Pfadfinder unterwegs gewesen», sagt Berl. Der 48 Jahre alte Kriminaldirektor ist stellvertretender Leiter der Bereitschaftspolizei in Lahr. Dort hat sich Anfang März eine Spezialgruppe gebildet. Sie fahndet weit vor der Papstbesuch nach Quartieren. Zudem ist sie verantwortlich für die Verpflegung der Polizisten. Diese Aufgabe hatten die Lahrer Polizisten bereits beim NATO-Gipfel am Oberrhein im April 2009. Zum Papstbesuch kommen Polizisten aus ganz Deutschland. Baden-Württembergs Polizei kann das Großereignis wegen der erwarteten Menschenmassen und des hohen Sicherheitsaufwands nicht alleine schultern.

 

«Die Zeiten, in denen Polizeibeamte auf Feldbetten und in Sporthallen übernachten mussten, sind vorbei», sagt Metzger, der Chef der Lahrer Bereitschaftspolizei. Für die Zeit des Papstwochenendes sowie für die Tage davor und danach hat die Polizei rund um Freiburg und in der Stadt selbst mehr als 60 Hotels gebucht - mit insgesamt 3500 Betten. Es können aber auch noch mehr werden, sollten zusätzliche Polizisten notwendig werden.

 

Es sind Hotels und Pensionen, die über mindestens 20 Betten verfügen. Geschlafen wird in den meisten Fällen in Drei-Sterne- Hotels, also in Häusern mit normalen Touristenstandard. Zwei Beamte teilen sich ein Zimmer. Zu den Kosten macht die Polizei, wie gewöhnlich, keine Angaben. Nur soviel: Pro Polizist und Nacht gelten 50 Euro als Obergrenze. Das bedeutet: Es kommen Hotelkosten in sechsstelliger Höhe zusammen.

 

Die Hotels befinden sich um Umkreis von 30 Autominuten rund um die Freiburger Innenstadt, also im Schwarzwald und am Oberrhein. Lange Fahrten sollen damit vermieden werden. «Ein Polizeibeamter wird beim Papstbesuch bis zu zwölf Stunden am Stück im Einsatz sein», sagt Berl. «Wir können ihm nicht zumuten, dass er davor und danach noch stundenlang im Auto sitzt, bis er in seinem Hotel ist.»

 

Ganz einfach war die Hotelsuche nicht. «Wir haben es mit einer großen Konkurrenzsituation zu tun», sagt Metzger. Denn um die Hotelbetten in und um Freiburg kämpfen am letzten Septemberwochenende, wenn der Papst kommt, nicht nur Polizisten. Auch Gläubige und Pilgerer, Journalisten und andere Papstbesucher suchen Unterkunft. Zudem ist der Spätherbst traditionell bei Wanderern und anderen Schwarzwaldtouristen beliebt.

 

So sind die rund 5000 Hotelbetten in Freiburg schon seit Wochen komplett ausgebucht. Auch im nahen Umland werden Übernachtungsmöglichkeiten allmählich knapp, sagt ein Sprecher der Freiburger Wirtschafts- und Tourismusgesellschaft. Die Kirche selbst hat in und um Freiburg mehr als 65 Turn- und Sporthallen sowie Gemeindezentren angemietet. Dort kann übernachtet werden. Platz ist für bis zu 7000 Menschen. Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche und Gruppen.

 

Die Polizei ist mit ihrer Quartiersuche im Zeitplan. «Wir stoßen bei den Hoteliers auf eine große Offenheit», sagt Berl. Neben dem Preis geht es der Polizei vor allem um Extrawünsche. Verhandelt wird, dass die Polizisten, je nach Einsatzplanung, auch außerhalb der üblichen Zeiten ein Frühstück und eine warme Mahlzeit bekommen. Sind die Beamten dann im Einsatz, erhalten sie Verpflegungspakete mit Essen und Trinken. Weit mehr als 10 000 solcher Proviantboxen für unterwegs hat Baden-Württembergs die Polizei bei einem Privatunternehmen in Auftrag gegeben.

 

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