Vetter Pharma
Es geht los mit dem Bau des neuen Produktionswerks von Vetter im Saarland (Symbolbild)
Felix Kästle/dpa
Baden-Württemberg
Pharmafirma Vetter beginnt Bau von Werk in Saarlouis

Der weltweit tätige Pharmadienstleister Vetter hat mit dem Bau seines neuen Produktionswerkes in Saarlouis im Saarland begonnen. Bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2031 werde das Familienunternehmen knapp eine halbe Milliarde Euro investieren, teilte Vetter zum feierlichen Spatenstich auf dem früheren Ford-Gelände mit.

Im ersten Bauabschnitt werde auf dem rund 40 Hektar großen Industriegelände eine Produktionsstätte für die Herstellung injizierbarer Medikamente entstehen. Zunächst seien 400 bis 500 neue Arbeitsplätze geplant. Bis zur finalen Ausbaustufe des ersten Bauabschnitts rechnet Vetter mit bis zu 1.500 Stellen. Perspektivisch seien bis zu 2.000 Arbeitsplätze möglich.

Vetter wächst seit Jahren

«Mit dem neuen Standort in Saarlouis stellen wir die Weichen für weiteres nachhaltiges Wachstum», teilte Udo J. Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirats und Mitglied der Inhaberfamilie, mit. Das Unternehmen mit Hauptsitz im oberschwäbischen Ravensburg gilt in Bereich injizierbarer Arzneimittel als Weltmarktführer und wächst seit Jahren.

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte: «Heute ist ein guter Tag für das Saarland.» Mit Vetter komme ein starkes und innovatives Unternehmen: «Und mit ihm neue Chancen für viele Menschen.»

Nach Ansicht des saarländischen Wirtschaftsministers Jürgen Barke (SPD) mache die Hochtechnologie-Ansiedlung das Saarland zu einem der begehrtesten Standorte für die pharmazeutische Industrie. «Das wird Folgeeffekte auslösen, wie wir sie so noch nicht gesehen haben.»

Letzte Hürden Ende 2025 beseitigt

Bereits Ende 2024 hatte Vetter das rund 40 Hektar große Industriegelände in Saarlouis erworben. Anfang Dezember 2025 hatte die Europäische Kommission staatliche Beihilfen in Höhe von bis zu 47 Millionen Euro genehmigt und damit grünes Licht für das umfangreiche Bauprojekt gegeben. 

Die erste Ausbaustufe umfasst den Bau eines 50.000 Quadratmeter großen Produktionsgebäudes sowie Labore und Lager. Geplant sind demnach zunächst drei moderne Räume für die aseptische Herstellung innovativer Medikamente. Vetter zählt nach eigenen Angaben weltweit 7.300 Mitarbeitende.

Der 1950 vom Apotheker Helmut Vetter gegründete Familienbetrieb ist Spezialist für flüssige und gefriergetrocknete Medikamente, die in Spritzen und andere Injektionssysteme abgefüllt werden. Damit werden Krankheiten wie Krebs, Multiple Sklerose und rheumatische Arthritis behandelt. Seit 2016 hat sich der Umsatz verdoppelt.

© dpa-infocom, dpa:260513-930-75949/1

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