Elefantendame Nanda wurde über 50 Jahre alt.
Maike Franzen/Zoo Karlsruhe
Baden-Württemberg
Publikumsliebling ist tot: Elefantenkuh Nanda im Karlsruher Zoo eingeschläfert

Karlsruhe. Es sind traurige Nachrichten, die am späten Mittwochabend aus dem Karlsruher Zoo gekommen sind: Die betagte Elefantendame Nanda ist tot. Der Publikumsliebling musste eingeschläfert werden.

Nanda war ein ehemaliges Zirkustier und durfte ihren Lebensabend in der Altersresidenz für Asiatische Elefanten im Karlsruher Zoo verbringen. Wie der Tierpark auf Facebook schreibt, kam die Elefantenkuh vermutlich 1967 auf die Welt und wurde damit über 50 Jahre alt – ein stolzes Alter.

Von den ehemals drei Tieren in der Seniorenresidenz ist nun nur noch eine Elefantenkuh – Jenny (Jahrgang 1983) – übrig. Rani war bereits im Februar 2019 gestorben.

Jenny soll nun erst einmal für eine Weile alleine bleiben, wie der Zoo auf Facebook schreibt.

"Wir werden sicher wieder neue Tiere in unserer Altersresidenz aufnehmen, damit lassen wir uns aber etwas Zeit. Auch wenn der Tod von Tieren in einer Altersresidenz immer mit dazugehört, trauern wir um so ein charismatisches Tier. Gerade das Tierpflegerteam soll jetzt erst einmal zur Ruhe kommen",

betont Zoodirektor Matthias Reinschmidt.

Elefantenkuh Nanda hatte nach Aussage des Karlsruher Zoos in den vergangenen Monaten stark abgebaut. Ende Juli gab die Einrichtung bekannt, dass sich ihr Allgemeinzustand stark verschlechtert habe. Außerdem wies die Elefantendame Anzeichen einer Nierenerkrankung auf und war seit zehn Jahren an Grauem Star erkrankt. Damals wollte man abwarten, wie es dem Tier, das seit 2016 in Karlsruhe war, in ein paar Wochen gehen wird. Jetzt, rund zwei Wochen später, gab es nach intensiver Betreuung und einer weiteren Untersuchung traurige Gewissheit, denn Nanda habe seit einigen Tagen Blut im Urin gehabt: "Diese Erkenntnis im Zusammenspiel mit ihrem Erscheinungsbild und Verhalten sowie der Prognose, wie sie sich entwickeln würde, haben zum Entschluss geführt, Nanda am heutigen Tag zu erlösen", so Zootierarzt Marco Roller.

Auf der Facebookseite des Zoos ist nach der Nachricht eine Welle der Trauerbekundungen zu lesen: Fast 600 Menschen (Stand: 10.30 Uhr) kommentierten unter dem Beitrag, der fast 400 Mal geteilt und über 5.000 Mal geliked wurde.

Außergewöhnlich hohes Alter

Ein kleiner Trost bleibt dem Zoo-Team, wie der Karlsruher Stadtgarten schreibt: "In der Altersresidenz hat sie noch sehr schöne Jahre verbringen können. Das ist ein guter Trost bei einem solch traurigen Ereignis", so Reinschmidt. Mit ihren mindestens 54 Jahren sei Nanda hochbetagt gewesen, ein solches Alter erreichten die Tiere in der freien Natur für gewöhnlich nicht, so der Zoodirektor.

Der Körper des Elefanten werde nun im tierpathologischen Institut der Universität München untersucht. Das sei die übliche Vorgehensweise bei Zootieren, so Roller – und die Erkenntnisse daraus könnten sogar in die weitere Elefantenhaltung einfließen.