Rettungswagen
Menschen in Not rufen den Rettungswagen - auch wenn das gar nicht unbedingt nötig wäre. (Archivbild)
Patrick Pleul/dpa
Baden-Württemberg
Rettungsdienste am Limit – Zahl der Einsätze steigt

Die Rettungsdienste in Baden-Württemberg verzeichnen seit Jahren eine stetig steigende Zahl von Einsätzen, denn immer öfter rufen Menschen auch bei Bagatellen den Rettungswagen. Und zwar nicht, um die Rettungsdienste zu ärgern, sondern meist aus Hilflosigkeit. «Wir als Gesellschaft sind nicht mehr in der Lage, uns einigermaßen selbst zu helfen. Das ist ein gesellschaftlicher Wandel, den wir nicht ändern können», sagt der stellvertretende Landesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, Daniel Groß. Appelle fruchteten nichts. «Was helfen würde, ist, das medizinische Angebot für Hilfesuchende attraktiver zu machen: Also die ambulante und aufsuchende hausärztliche Versorgung weiter auszubauen.»

Derweil kämpfen auch die Sanitäter mit hoher Belastung - und mitunter auch Frust. Wenn die hochqualifizierten Notfallsanitäter mit einem Rettungswagen zu einem vermeintlichen Notfall ausrücken, der dann gar keiner ist, «dann sind die innerlich schon sauer», sagt Udo Bangerter, Sprecher des Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Hinzukomme, dass der Beruf generell sehr anspruchsvoll und durch den Schichtdienst auch belastend sei vor allem in Ballungsräumen. Handlungsbedarf bestehe schon. «Die Gesamtzahl der Einsätze ist schlicht zu hoch.»

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