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Eine Prostituierte tanzt am in Böblingen (Baden-Württemberg) im Rahmen eines Fototermins an der Stange eines FKK-Clubs. Die bayerische CSU will die Prostitution von Frauen unter 21 verbieten. Foto: Marijan Murat/dpa
Eine Prostituierte tanzt am 21.10.2013 in Böblingen (Baden-Württemberg) im Rahmen eines Fototermins an der Stange eines FKK-Clubs. Die bayerische CSU will die Prostitution von Frauen unter 21 verbieten. Foto: Marijan Murat/dpa © Symbolbild dpa
13.01.2014

Sozialministerin Altpeter für Prostitutionsverbot

Stuttgart. Baden-Württembergs Arbeits- und Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) will dem Sexgewerbe den Kampf ansagen. «Es ist an der Zeit, über ein Prostitutionsverbot nachzudenken», sagte Altpeter der «Südwest Presse» (Montag).

«Es gibt im Zusammenhang mit käuflichem Sex auch in baden-württembergischen Innenstädten zunehmend menschenunwürdige Zustände, die wir nicht akzeptieren sollten.» Ein Verbot nach schwedischem Vorbild könne zur Ächtung und Bestrafung der Freier führen, bestätigte ein Sprecher Altpeters am Montag. Die Prostituierten selbst sollen dabei aber nicht bestraft werden.

Altpeter will bei ihren Länderkollegen initiativ werden, um sie für einen entsprechenden Vorstoß im Bundesrat zu gewinnen. Ihr Sprecher sagte, die Ministerin wolle nun die Chancen für eine Mehrheit in der Länderkammer ausloten. Auch SPD-Landesvize Leni Breymaier befürwortet dem Bericht zufolge ein Verbot. «Wir haben in Deutschland etwa 90 Prozent Zwangsprostitution, das ist moderne Sklaverei», sagte Breymaier der Zeitung.

Auf Bundesebene kämpft die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer für die «Abschaffung des Systems Prostitution». Zu den Erstunterzeichnern ihres Aufrufs zählt die Vorsitzende des Landesfrauenrats Baden-Württemberg, Angelika Klingel.

Der Sozialexperte der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann, sprach sich gegen Verbote aus. «Verbotsdiskussionen in solchen Bereichen sind nichts anderes als Sonderkonjunkturprogramme für organisierte Verbrechen», sagte er. Mit einem Abwandern in die Illegalität sei eine drastische Verschlimmerung der Bedingungen der Prostitution zu erwarten. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD im Bund sieht kein Prostitutionsverbot, aber einen besseren Schutz von Frauen vor Menschenhandel und Zwangsprostitution vor. Der Sprecher Altpeters sagte, dies sei für die Ministerin die zweitbeste Lösung.