Beschäftigte von Mercedes-Benz und Porsche wollen heute mit einem Autokorso gegen Sozialabbau und gegen die Kürzungspläne bei den beiden Autobauern protestieren. IG Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch sagte im Vorfeld: «Die Beschäftigten sind nicht das Sparschwein der Autoindustrie! Wer die Zukunft der deutschen Automobilindustrie sichern will, darf nicht die Beschäftigten zur Rechnung bitten.»
Zukunft entstehe durch Investitionen in Standorte und Menschen - nicht durch Angriffe auf Tarifstandards und den Standort Deutschland. Für den Autokorso durch die baden-württembergische Landeshauptstadt sind 250 Fahrzeuge angemeldet.
Bei Audi in Neckarsulm ist eine Kundgebung mit über 500 Personen geplant, wie die IG Metall mitteilte. Aufgerufen zur Teilnahme seien unter anderem Betriebsräte und Vertrauensleute.
Volkswagen-Aufsichtsrat berät über neue Sparpläne des Vorstands
Der Volkswagen-Aufsichtsrat berät heute über neue Sparpläne des Konzernvorstands, IG Metall und Betriebsrat halten mit einem bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten dagegen.
Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen «Zielbild 2030» für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut «Manager Magazin» könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant.
Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Beim Sportwagenbauer Porsche gehen die Verhandlungen über ein zweites Sparpaket in die entscheidende Phase. Früheren Berichten zufolge stehen mehrere Tausend Stellen bei den Schwaben zur Disposition - vor allem in Management, Verwaltung und Entwicklung.
Autokorso gegen Sozialreformen und «Angriffe der Arbeitgeber»
Der Autokorso in Stuttgart, der gegen Mittag starten soll, trägt das Motto: «Jetzt zählt's! Vorfahrt für Solidarität» Er richtet sich nach Angaben der IG Metall gegen die Reformpläne der Bundesregierung bei Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen sowie die «Angriffe der Automobilarbeitgeber».
In einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland hatte der Vorstand von Mercedes-Benz informiert, dass man «weiterhin mit Hochdruck die Kosten senken» müsse, um bei den Preisen für die Produkte wettbewerbsfähig zu bleiben. Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland erhalten demnach als Sofortmaßnahme nicht wie erwartet im Juli eine tarifliche Sonderzahlung. Diese werde auf das kommende Jahr verschoben, hieß es in dem Schreiben. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden. Zugleich will das Management mit dem Betriebsrat in den kommenden Wochen über eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sprechen.
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