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Ein roter Aufkleber mit der Aufschrift «Staufen darf nicht zerbrechen» ist im März in Staufen über einem Riss an einem Gebäude zu sehen. Nach Geothermiebohrungen haben sich Teile der Kommune Staufen angehoben. Es sind dabei Gebäudeschäden in Millionenhöhe entstanden.
Staufen leidet unter weiteren Schäden durch Gebäuderisse © dpa
26.09.2014

Staufen leidet unter weiteren Schäden durch Gebäuderisse

Staufen. Rund sieben Jahre nach den ersten Gebäuderissen durch Geothermiebohrungen nehmen die Schäden im südbadischen Staufen bei Freiburg weiter zu. An privaten und öffentlichen Gebäuden seien in den vergangenen Monaten zusätzliche Schäden entstanden, teilte das Rathaus am Freitag mit. Das Problem halte weiter an.

Jeden Monat hebe sich Staufen um knapp drei Millimeter, ein Ende sei nicht abzusehen. Im historischen Ortskern seien durch die Erdbewegungen rund 270 Gebäude beschädigt, der Gesamtschaden liege bei mehr als 50 Millionen Euro. Als Ursache gilt eine missglückte Erdwärmebohrung im Sommer 2007, seither kommt es in Gebäuden zu Rissen und anderen Schäden.

Anfang September hatte Staufen wegen der Schäden ein altes Rathausgebäude abgerissen. Andere Häuser in der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt müssten gesichert werden, sagte Bürgermeister Michael Benitz. Es bestehe Einsturzgefahr. Auch müsse das Erdgasnetz saniert werden, um Probleme zu verhindern. Am 6. Oktober werde zudem mit dem Bau eines Brunnens begonnen. Dieser soll Wasser abpumpen und verhindern, dass sich das Gelände weiter hebt.

Bei der Erdwärmebohrung vor sieben Jahren waren den Angaben zufolge Bohrsonden im Untergrund auf eine Erdschicht gestoßen, die sich in Verbindung mit Grundwasser in Gips verwandelt. Die Folge: Die Schicht quillt auf und die Erde hebt sich. Durch eine Schlichtung sollen die Betroffenen finanziell entschädigt werden. Bearbeitet würden knapp 230 Verfahren, sagte Benitz. Geld fließe derzeit ausschließlich in Reparaturen, um die beschädigten Gebäude zu sichern.