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Werden wohl keine Freunde fürs Leben: Ministerpräsident Stefan Mappus (links) hat Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (rechts) indirekt empfohlen, nicht mehr für das OB-Amt zu kandidieren.
Werden wohl keine Freunde fürs Leben: Ministerpräsident Stefan Mappus (links) hat Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (rechts) indirekt empfohlen, nicht mehr für das OB-Amt zu kandidieren. © dpa
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus hat Stuttgarts Oberbürgermeister Schuster bloß gestellt.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus hat Stuttgarts Oberbürgermeister Schuster bloß gestellt. © dpa
03.03.2011

Stefan Mappus attackiert Stuttgarts OB Schuster

STUTTGART. Regierungschef Stefan Mappus (CDU) hat seinen Parteifreund und Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster attackiert. Er rechne mit einem Verzicht des Rathauschefs auf eine erneute Kandidatur, hatte Mappus nach Berichten der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ vor Journalisten gesagt. Dabei hatte Schuster immer wieder betont, dass er sich erst im Januar 2012 zu einer möglichen Bewerbung äußern werde. Mappus rügte auch die maroden Schulen in Stuttgart und Schusters Umgang mit einer Stuttgart-21-Bürgerbefragung.

Aus Sicht der SPD ist Schuster angeschlagen. „Der OB ist zum Abschuss freigegeben. Er ist öffentlich bloßgestellt“, sagte Spitzenkandidat Nils Schmid am Donnerstag in Stuttgart. Mappus habe überdies gezeigt, wie wenig er bürgerlichen Anstand achte.

Schusters Sprecher sagte mit Blick auf Mappus' Aussagen:„Wir äußern uns nicht zu Spekulationen. Es bleibt dabei, dass sich Herr Schuster zu seiner Zukunft erst im Januar 2012 äußert.“ Der Stuttgarter Kämmerer und CDU-Kreisvorsitzende Michael Föll wurde deutlicher:„Der Rat des Ministerpräsidenten ist uns willkommen, aber die letztendliche Entscheidung über einen OB-Kandidaten trifft die Stuttgarter CDU. Da sind wir selbstbewusst genug.“ Er sei alles andere als glücklich über die Spekulationen um Schuster. Er halte es für den besseren Weg, Personalien intern zu diskutieren. „Außerdem sollten wir zum jetzigen Zeitpunkt unsere ganze Kraft auf die Landtagswahl konzentrieren.“ Die OB-Wahl ist für Herbst 2012 angesetzt. Das Staatsministerium wollte sich nicht zu dem Thema äußern.

Der CDU-Landeschef hatte auch den baulichen Zustand der Stuttgarter Schulen kritisiert. Er äußerte auch Unverständnis dafür, dass nicht Schuster, sondern Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) 2007 die 67.000 Unterschriften gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 angenommen hatte. Schmid meinte, dass Mappus zur Eskalation um das Milliardenvorhaben beigetragen und somit wenig Grund habe, „mit dem Finger auf andere zu zeigen“. Föll räumte Sanierungsstau ein, - wie er in anderen Kommunen auch herrsche - dieser sei aber bis 2014 abgebaut.

Überdies brachte Mappus laut den Zeitungsberichten das Alter Schusters ins Gespräch. Der heute 61-Jährige könne nicht mehr die komplette Wahlperiode vollenden, denn gesetzlich sei eine Pensionierung mit 68 Jahren vorgeschrieben. Föll erinnerte daran, dass auch der frühere Stuttgarter OB Manfred Rommel altersbedingt in der Wahlperiode abgelöst worden war.

 

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