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Teile einer Tunnelbohrmaschine stehen in Stuttgart auf der Stuttgart-21-Baustelle des Fildertunnels. Der soll den Stuttgarter Hauptbahnhof mit den Fildern verbinden.
Teile einer Tunnelbohrmaschine stehen in Stuttgart auf der Stuttgart-21-Baustelle des Fildertunnels. Der soll den Stuttgarter Hauptbahnhof mit den Fildern verbinden. © dpa
10.07.2014

Stuttgart 21: Startschuss für weiteren Tunnel mit OB Kuhn

Es wurde demonstriert, abgestimmt und geklagt: Nach jahrelangen Protesten starten heute die Arbeiten am Fildertunnel für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21. Auch der grüne Bürgermeister hat sich angekündigt.

Der offizielle Startschuss für den Bau des Fildertunnels für Stuttgart 21 fällt am Donnerstag in Anwesenheit von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Es ist das erste Mal, dass ein Grünen-Politiker eine Baustelle des Bahnprojekts besucht.

Der 9,5 Kilometer lange Tunnel, der längste des Projektes Stuttgart-Ulm und drittlängste Deutschlands, verbindet den geplanten Tiefbahnhof und den Landesflughafen auf der Filderebene miteinander. Er schafft somit auch die Verknüpfung des Stuttgarter Bahnknotens und der geplanten Schnellbahnstrecke nach Ulm. Tunnelpatin ist Tülay Schmid, die Frau von Vize-Regierungschef Nils Schmid (SPD).

Der Bau der beiden Röhren beginnt auf den Fildern. Sie werden von einer 120 Meter langen und 2000 Tonnen schweren Tunnelbohrmaschine vorangetrieben, die am Donnerstag ebenfalls getauft wird. Als Redner werden neben Tülay Schmid und Kuhn auch Bahnchef Rüdiger Grube und der Vorstandschef der Baukonzerns Porr, Karl-Heinz Strauss, erwartet. Die Gegner des bis zu 6,5 Milliarden Euro teuren Bahnprojektes haben zum Protest gegen die Tunneltaufe aufgerufen.

Der Fildertunnel hat seinen Namen von der Hochebene nahe Stuttgart, die im Schwäbischen Filder (Felder) genannt wird. Er verbindet den geplanten Tiefbahnhof in der Landeshauptstadt mit dem Landesflughafen und der Neubaustrecke nach Ulm. Mit 9,5 Kilometern ist er der längste Tunnel des Bahnprojektes Stuttgart 21 und nach dem Landrückentunnel (10,7 Kilometer/Hessen) und Mündener Tunnel (10,5 Kilometer/Niedersachsen) der drittlängste Eisenbahntunnel Deutschlands. Er überwindet 155 Meter.

Die beiden eingleisigen Röhren liegen weitgehend in einem Abstand von rund 30 Metern und sind alle 500 Meter durch Rettungsstollen miteinander verbunden. Die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Landesflughafen wird von 27 auf 8 Minuten verkürzt.

Gebaut wird der Tunnel überwiegend mit einer riesigen Tunnelbohrmaschine, in Teilen aber auch in Spritzbetonweise. Dabei werden das Gestein mit Hämmern und Baggern entfernt und die Wände anschließend mit Spritzbeton versiegelt. Die Erdschicht über den Röhren ist zwischen wenigen Metern und 220 Metern dick.

Der Fildertunnel ist nahe dem Hauptbahnhof mit bis zu 100 Stundenkilometern befahrbar, in der unteren Hälfte mit 160 Kilometern pro Stunde und im oberen Abschnitt mit 250 Kilometern pro Stunde.