Lässig schlendert Ermedin Demirovic durch eine Gasse. «I am from Bosnia, take me to a America» steht auf seinem T-Shirt - in Anlehnung an den gleichnamigen Song, der in der Heimat des Fußball-Nationalspielers gerade immer populärer wird.
Demirovic und Bosnien-Herzegowina sind im WM-Fieber. Und damit nicht allein. Neben dem 28-Jährigen sowie den für Deutschland nominierten Alexander Nübel, Angelo Stiller, Jamie Leweling und Deniz Undav sind noch weitere Profis des VfB Stuttgart bei dem Turnier dabei.
Ermedin Demirovic
Für Stuttgarts Angreifer erfüllte sich mit der dramatischen Qualifikation für die WM ein «riesengroßer Traum», wie er selbst sagte. Freibier hatte er für den Fall versprochen, dass die Bosnier die Playoff-Partien überstehen würden - und er hielt sich daran. Nach den entscheidenden Siegen gegen Wales und Italien jeweils im Elfmeterschießen stand Demirovic auf dem Stuttgarter Frühlingsfest selbst am Zapfhahn. Nun will er bei der WM für Aufsehen sorgen.

Schon die Teilnahme sei für das von den Kriegen in den 1990er-Jahren gebeutelte Land «gefühlt der Weltmeisterschafts-Titel», erklärte Demirovic. Die Favoriten in der Gruppe B sind sicher die Schweizer. Gegen Mitgastgeber Kanada und vor allem gegen Außenseiter Katar dürfte für die Bosnier bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 2014 aber etwas drin sein.
Bilal El Khannouss
Der Offensivmann des VfB war schon dabei, als Marokko 2022 in Katar Vierter wurde und damit für das beste Ergebnis in Afrikas WM-Historie sorgte. Damals kam El Khannouss allerdings nur im Spiel um Platz drei zum Einsatz. Inzwischen nimmt er bei den Nordafrikanern eine deutlich wichtigere Rolle ein.
Der 22-Jährige verfüge über «außergewöhnliche fußballerische Fähigkeiten» und habe weiter großes «Entwicklungspotenzial», sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth unlängst. El Khannouss, bisher von Leicester City ausgeliehen und inzwischen fest verpflichtet, war auch mit von der Partie, als Marokko im Winter das Skandal-Finale des Afrika Cups gegen den Senegal verlor. Später wurden der Stuttgarter und seine Teamkollegen nachträglich zum Sieger erklärt.

Wie weit es für Marokko bei dieser WM geht? Gleich der Auftakt gegen Mitfavorit und Rekordweltmeister Brasilien könnte richtungsweisend werden.
Luca Jaquez
Der 22-Jährige steht im Aufgebot der Schweizer, hat dort im Abwehrzentrum aber reichlich Konkurrenz. Hinter den Routiniers Manuel Akanji, Nico Elvedi und Denis Zakaria bleibt dem jungen Stuttgarter wohl nur die Reservistenrolle.
Dass es in der Vorrunde zum direkten Duell zwischen Jaquez und Demirovic kommt, ist demnach eher unwahrscheinlich. Dennoch: Schon die Nominierung ist für den Verteidiger, der bislang drei Länderspiele bestritten hat, ein Erfolg.
Jeremy Arévalo
Dass der 21-Jährige in Ecuadors WM-Aufgebot berufen wurde, kam angesichts seiner ersten Monate beim VfB überraschend. 32 Spielminuten bei den Profis verteilt auf sieben Kurzeinsätze stehen bislang zu Buche. Für die Reserve der Schwaben erzielte er bei vier Auftritten aber immerhin fünf Tore.
Nun geht's von der dritten Liga also direkt auf die ganz große Bühne - wenn auch wohl nur als Joker. Zum Vorrundenabschluss treffen Arévalo, der im Winter von Racing Santander zum VfB kam, und seine Ecuadorianer auf Deutschland.
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