Der Stuttgarter Serkan Eren ist seiner Hilfsorganisation zufolge im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt worden - unter anderem Politiker und Künstler aus Deutschland zeigten sich erschüttert.
In einem gemeinsamen Statement verurteilten Baden-Württembergs auch Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) das Vorgehen. «Die Verurteilung zu zehn Jahren Haft ist eine schreckliche Nachricht für seine Frau, seine vielen Freundinnen und Freunde und uns alle in Baden-Württemberg», heißt es in einer Mitteilung. Özdemir erklärt darüber hinaus: «Ich werde mich auch weiterhin für eine unverzügliche Freilassung von Serkan Eren einsetzen.»
Der ehemalige VfB-Torwart Timo Hildebrand sagte der «Stuttgarter Zeitung»: «Für mich als engen Freund ist es einfach nur schlimm.» Die Nachricht sei auf jeden Fall ein Schock. Er wolle sich gar nicht ausmalen, was zehn Jahre in einem iranischen Gefängnis bedeuteten: «Das will keiner von uns erleben.» Auf einem Instagram-Post von Stelp kommentierte er: «Lieb dich Bruder.»
Am Dienstag hatte die Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp unter Berufung auf den Rechtsbeistand von Eren im Iran über das Urteil informiert. Als Grund hat das Gericht den Angaben zufolge Kontakt von Eren zu einem Land genannt, das der Iran als verfeindet einstufe. Zunächst war noch unklar, um welches Land es sich dabei handelt.
Seitdem kommentierten mehr als 1.300 Nutzerinnen und Nutzer unter dem Beitrag der Organisation auf Instagram, drückten ihr Unverständnis über das Urteil und Mitgefühl mit Erens Angehörigen aus. Unter ihnen sind zahlreiche Prominente.
Rapper Kool Savas kommentierte beispielsweise: «Wir denken an dich und lieben dich Bruder.» Max Herre, Musiker und gebürtiger Stuttgarter, schrieb: «Unsere Gedanken sind bei dir und Gulia und eurer Familie. Nur Liebe.» Auch andere Prominente wie Musikerin Miva, Musiker und Unternehmer Fynn Kliemann oder Influencer und Tierschützer Malte Zierden zeigten sich solidarisch mit Eren.
Bisher keine Bestätigung der türkischen oder iranischen Behörden
Eren ist Gründer und Geschäftsführer von Stelp und in Deutschland geboren und aufgewachsen, den Angaben zufolge aber türkischer Staatsangehöriger. Das bedeutet, dass die türkischen und nicht die deutschen Behörden zuständig sind. Eine Bestätigung des Urteils gab es bisher weder von türkischen noch von iranischen Behörden.
Der Organisation zufolge reiste Eren im Juni vergangenen Jahres in den Iran, um Menschen in Not zu unterstützen. Dort sei er in Gewahrsam genommen worden. Bisher ist noch immer vieles unklar zu Erens Situation im Iran. Stelp und auch Erens Freund Hildebrand wollten auf dpa-Anfrage und zum Schutz von Eren keine weiteren Informationen zu dem Fall öffentlich machen.
2023 verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Eren das Bundesverdienstkreuz. Doch auch das ändert nichts daran, dass die deutschen Behörden in diesem Fall nicht offiziell zuständig sind.
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