Roulettetisch in einer Spielbank
Der Tarifkonflikt bei Spielbanken schwelt weiter. (Symbolbild)
Andreas Arnold/dpa
Baden-Württemberg
Tarifkonflikt bei Spielbanken spitzt sich zu

Der Tarifkonflikt bei den baden-württembergischen Spielbanken schwelt weiter. Verdi-Verhandlungsführer Frank Hawel sagte in Stuttgart: «Mit der Ablehnung eines bereits verhandelten Kompromisses wurde das Vertrauen in die Verhandlungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Arbeitgeberseite nachhaltig erschüttert.» Besonders schwer wiege der Umstand, dass das Angebot zuvor schriftlich mit Unterschrift der Geschäftsführung unterbreitet worden sei. Der Aufsichtsrat der landeseigenen Spielbanken hatte dem Verhandlungsergebnis die Zustimmung verweigert.

Verdi warnte nun vor den Folgen einer langwierigen Tarifauseinandersetzung. Hawel sagte, der Kurs der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates provoziere weitere Arbeitsniederlegungen und damit sowohl wirtschaftliche Folgen als auch einen nachhaltigen Reputationsschaden für die Spielbanken. «Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die geplanten Arbeiten an einem gemeinsamen Tarifwerk für alle Beschäftigten auf unbestimmte Zeit blockiert werden.»

Besonders kritisch bewertet die Gewerkschaft Verdi das Vorgehen nach der Aufsichtsratssitzung Anfang Juli. Statt neuer Verhandlungen mit der Tarifkommission wurde laut Mitteilung ein einseitig vermindertes Angebot vorgelegt, bei dem wesentliche Bestandteile des zuvor erzielten Kompromisses gestrichen wurden. Darüber werde nun die Tarifkommission am Donnerstag beraten. Sie forderte den Aufsichtsrat erneut zu einem direkten Gespräch auf.

Erster Warnstreik bei Spielbanken

Anfang Juni hatte Verdi die Einigung im Tarifkonflikt verkündet. Vorausgegangen war dieser der erste Warnstreik in der Geschichte der Landestochter. An der Aktion hatten sich Beschäftigte der Spielbanken an den Standorten in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz beteiligt. Die Arbeitgeber hatten den Warnstreik scharf kritisiert.

Die Betreibergesellschaft hinter den drei Spielbanken gehört zu 100 Prozent dem Land. Die Aufsichtsräte sind eigenen Angaben zufolge aus den Ministerien des Landes Baden-Württemberg berufen worden. Rund 550 Menschen arbeiten laut der Betreibergesellschaft für die drei Casinos im Land.

© dpa-infocom, dpa:260902-930-618871/1

VG WORT Zählmarke