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Betrunken und desorientiert - die Autobahnfahrt eines 20-jährigen Geisterfahrers aus Kehl hat auf der A5 bei Offenburg sechs Tote gefordert. © dpa
23.11.2012

Tödliche Geisterfahrt mit sechs Toten nach Kehre auf A5-Parkplatz

Wenige Tage nach dem Horror-Crash mit sechs Toten auf der Autobahn bei Offenburg hat die Polizei die Route des Falschfahrers ermittelt. Der 20-Jährige aus Kehl sei auf der A5 zunächst korrekt unterwegs gewesen und habe dann einen Autobahnparkplatz unmittelbar vor der Anschlussstelle Lahr angesteuert, teilten die Ermittler am Freitag mit. Dort habe er seinen weißen BMW gewendet und sei in die falsche Richtung gefahren.

Bildergalerie: Sechs Tote: Crash mit Geisterfahrer auf A5

Derzeitigen Ermittlungen zufolge dürfte der Geisterfahrer mit seinem BMW in Offenburg ordnungsgemäß auf die A5 in Richtung Süden aufgefahren sein. In Richtung Lahr fiel das weiße Fahrzeug dann einem Zeugen auf. Dichtes Auffahren und ein im Anschluss daran riskant geführtes Überholmanöver veranlassten den Verkehrsteilnehmer schließlich dazu, sich nach Zeugenaufrufen der Medien bei der Polizei zu melden. Der 20-Jährige, der am Sonntagmorgen fünf Menschen in den Tod riss und bei dem Unfall selbst ums Leben kam, hatte 1,9 Promille Alkohol im Blut.

Weitere Zeugen berichteten den Beamten der Ermittlungsgruppe, dass sie das auffällige Fahrzeug am Unfallmorgen beim Ausfahren auf den letzten Parkplatz vor der Anschlussstelle Lahr sahen – immer noch ordnungsgemäß in Richtung Süden. Kurz danach jedoch, so der Fahrer eines Sattelzuges und der Lenker eines Abschleppfahrzeuges, sei der BMW mit mäßiger Geschwindigkeit in Richtung Norden beiden Verkehrsteilnehmer entgegen gekommen. Hierbei hätte er den linken Fahrstreifen mit eingeschaltetem Abblendlicht benutzt. Auffällige Lenkbewegungen waren hierbei nicht zu beobachten. Unmittelbar darauf kam es dann zu dem folgenschweren Zusammenstoß mit dem aus Offenburg herannahenden Sammeltaxi aus Offenburg.

„Ob die Alkoholbeeinflussung des Unfallfahrers alleine ursächlich für das folgenschwere Wendemanöver war, kann weiterhin nicht abschließend beurteilt werden. Ein Suizid wird weiter ausgeschlossen“, meldet die Offenburger Polizei.

Die aktuellen Untersuchungen der Sachverständigen für Unfallursachenforschung belegen die ersten Annahmen der Polizei am Unfallort. Das tragische Ereignis resultiert aus dem Aufeinanderfolgen von mindestens zwei Unfällen. Im dichten Morgennebel kollidierte nach dem Frontalzusammenstoß des Touran und des BMW ein Hyundai mit den beiden quer zur Fahrtrichtung stehenden Unfallfahrzeugen. Einem vierten Verkehrsteilnehmer gelang ebenfalls nicht mehr den nunmehr drei Unfallwracks auszuweichen - es kam zu einem weiteren Auffahrunfall zwischen einem 7er-BMW und dem Hyundai. Die beiden 47- und 36-jährigen Insassen des 7er-BMWs und die 35-jährige Fahrerin des Hyundai wurden hierbei nur leicht verletzt.

Ob alle Insassen des Touran im Verlauf des ersten Unfalles getötet wurden oder der zweite Aufprall jedenfalls teilweise todesursächlich war ist noch unklar. Hierzu sind noch weitere intensive Untersuchungen der Rechtsmedizin, der Kriminaltechnik und des Unfallsachverständigen notwendig.

Die Analysen zur Blutalkoholbestimmung sind abgeschlossen. Außer dem Unfallverursacher konnten bei keinem der Unfallbeteiligten Alkohol festgestellt werden. Die Untersuchungen zur Bestimmung weiterer berauschender Mittel dauern noch an. dpa/pol

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