SC Paderborn 07 - VfB Stuttgart
Dennis Seimen stand erstmals in der Fußball-Bundesliga im Tor.
Swen Pförtner/dpa
Baden-Württemberg
Tränen beim Torwart: emotionales Bundesliga-Debüt für Seimen

Als sein erstes Bundesligaspiel vorbei war, wurde Dennis Seimen so richtig emotional. «Bei mir sind nach dem Spiel schon ein paar Tränen geflossen», sagte der 21 Jahre alte Torwart des VfB Stuttgart. «Dass ich mein Bundesliga-Debüt in Paderborn feiern darf, ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt», sagte Seimen.

Im vergangenen Jahr war das große Torwart-Talent vom VfB an den SC Paderborn ausgeliehen und hatte großen Anteil daran, dass die Ostwestfalen in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg den Aufstieg in die Bundesliga schafften. Auch deshalb war der Empfang sehr herzlich. Seimen wurde vor der Partie extra noch einmal separat begrüßt und bekam von den Zuschauern viel Applaus.

«Das hat mich sehr gefreut und ist schon etwas ganz Besonderes», sagte Seimen, der zu Saisonbeginn verletzungsbedingt passen musste. Jetzt ist er aber wieder gesund und nutzte die XXL-Länderspielpause, um letzte Zweifel an seiner Fitness auszuräumen.

Erst Bundesliga, dann Champions League

Lange Zeit, sich über sein Bundesliga-Debüt an einem für ihn besonderen Ort zu freuen, hat Seimen aber nicht. Schon am Mittwoch steht in der Champions League das Auswärtsspiel bei Slovan Bratislava an.

VfB-Coach Sebastian Hoeneß baut auch da wieder auf ihn. In Paderborn hatte der Stuttgarter Trainer lobende Worte für seinen jungen Torwart. «Er war sehr emotional. Das fand ich schön, zu sehen, wie viel einem jungen Spieler so ein Spiel bedeutet. Ich will ihn außerordentlich loben.»

Hoeneß lobt VfB-Reaktion

Lob gab es von Hoeneß aber auch für den Rest des Teams. Nach dem schwachen Saisonstart mit drei Niederlagen in den ersten vier Spielen sei man selbst in einer «schwierigen Situation» gewesen, gab Hoeneß zu. «Wir wussten daher, dass es anspruchsvoll wird. Ich bin sehr happy mit dem Sieg.»

Der Dreier soll nun Schwung geben für die picke-packe-vollen Wochen bis zur nächsten Länderspielpause im November. Das Spiel beim Aufsteiger war das erste von gleich neun Pflichtspielen in 29 Tagen. In der Liga gilt es, den Anschluss ans obere Tabellendrittel herzustellen, in der Champions League, sich eine gute Ausgangsposition für das Weiterkommen zu schaffen. Und in zweieinhalb Wochen geht es erneut nach Paderborn, wo dann die zweite Runde im DFB-Pokal ansteht.

Mittelstädt fällt aus

«Das war heute ein guter Auftakt», lobte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. «Es ist nie leicht, hier in Paderborn drei Punkte mitzunehmen.» Allerdings mussten die Stuttgarter auch zwei personelle Rückschläge hinnehmen. Maximilian Mittelstädt zog sich eine Risswunde an der rechten Ferse zu, die nach dem Spiel genäht werden musste. Der Nationalspieler, der in dieser Saison bislang in allen Pflichtspielen zum Einsatz kam, fällt damit erst einmal aus.

Zudem musste Jeff Chabot mit Oberschenkelproblemen raus. Ob der Torschütze zum 1:0 am Mittwoch in Bratislava zur Verfügung steht, ist noch ungewiss. «Wir haben die Hoffnung, dass es nicht so schlimm es, weil wir hinten langsam schon ein Thema haben», sagte Hoeneß.

© dpa-infocom, dpa:261011-930-822687/1

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