An den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) im Südwesten werden Kinder gefördert, die beim Lernen oder in ihrer Entwicklung besonders viel Unterstützung brauchen – aber gerade an diesen Förderschulen kann der Unterricht einer neuen Umfrage zufolge so gut wie nie richtig abgedeckt werden. Nur zwei Prozent der SBBZ melden eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent, wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) mitteilt. 78 Prozent der befragten Schulleitungen berichten dagegen von einer Unterrichtsversorgung von 90 Prozent oder weniger.
Der VBE hat im Oktober Schulleitungen an Grundschulen, Schulen der Sekundarstufe I und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren zur Unterrichtsversorgung befragt. 749 Schulen haben sich demnach beteiligt. Teilweise sei ein Vergleich mit einer Untersuchung aus 2024 möglich. Die Sekundarstufe I in Baden-Württemberg umfasst die Klassenstufen 5 bis 10.
Unterrichtseinsatz ohne Lehramtsausbildung
Während sich an den Grundschulen und in der Sekundarstufe I Verbesserungen zeigten, blieben die SBBZ abgehängt, so der VBE. Diese seien flächendeckend unterversorgt. «Ausgerechnet dort, wo Kinder und Jugendliche besonders intensive pädagogische Unterstützung benötigen, fehlen in erheblichem Umfang Lehrkräfte», kritisierte VBE-Chef Gerhard Brand.
Brand bemängelte auch den hohen Anteil von Personen ohne Lehramtsausbildung an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Um dort den Betrieb aufrechtzuerhalten, müssten aktuell an sechs von zehn SBBZ (62 Prozent) Personen ohne Lehramtsausbildung unterrichten. Das Land müsse genügend qualifizierte Fachkräfte ausbilden und einsetzen, forderte der Verbandschef. «Sonderpädagogische Diagnostik und die Förderung von Kindern mit komplexen Unterstützungsbedürfnissen erfordern besondere fachliche Kompetenzen.»
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