Nach einem Unfall mit zwei Toten bei Lahr (Ortenaukreis) ist der mutmaßliche Unfallverursacher einer Ermittlungsrichterin vorgeführt worden, die ihn auf freien Fuß gesetzt hat. Grund dafür sei, dass der 56 Jahre alte Lastwagenfahrer einen festen Wohnsitz nachweisen könne, teilte die Polizei mit. Seine Fahrerlaubnis wurde dem Franzosen für Deutschland vorläufig entzogen. Die Richterin ordnete zudem die Obduktion der Leichen der beiden getöteten Fußgänger an.
Der 56-Jährige soll am Donnerstag mit seinem Fahrzeug eine 38-jährige Frau und einen 37 Jahre alten Mann erfasst haben - beide Fußgänger starben noch an der Unfallstelle. Dem Beschuldigten werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorgeworfen.
Nach dem Unfall soll der 56-Jährige nämlich in Richtung Autobahn weitergefahren sein. Erst rund eine Stunde später konnte die Polizei ihn ausfindig machen und festnehmen. Bei der Suche war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.
Ampel war rot
Mehrere Zeugen gaben nach Angaben der Ermittler an, dass die Ampel für den Lastwagenfahrer rot war. Die Polizei ermittelt nun unter anderem zur Frage, ob es eine medizinische Ursache für den Unfall gab und warum der Lastwagenfahrer nach dem Zusammenstoß mit dem Auto und den Fußgängern nicht angehalten hat. Hinweise, dass der Mann Alkohol oder Drogen konsumiert hatte, gebe es nicht.
Der Verdächtige soll an einer Einmündung von der Bundesstraße 415 zur Bundesstraße 3 mit seinem Lastwagen zunächst auf ein vor ihm fahrendes Auto aufgefahren sein. Das Auto prallte daraufhin gegen einen der Ampelmasten. Der Lastwagenfahrer fuhr aber weiter und erfasste direkt danach die beiden Fußgänger. Alle Zeugen hätten gesehen, dass die Fußgänger mitten auf der Straße waren, während die Ampel für den Lkw rot war, so die Polizei.
Für die 38-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Der 37-jährige Mann starb trotz Wiederbelebungsversuchen ebenfalls noch an der Unfallstelle.
Der 23 Jahre alte Fahrer des Autos und seine 48 Jahre alte Beifahrerin wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Sie mussten zuvor von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden.
Mehrere Menschen sahen den Unfall
Es gab mehrere Zeugen für den Unfall - unter anderem einen E-Scooter-Fahrer, der sich am späten Abend bei der Polizei meldete, und die Eltern eines Jungen, der ebenfalls auf dem Fußgängerüberweg war.
Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat ein Gutachten zur Unfallrekonstruktion in Auftrag gegeben. Die B415 blieb bis in den späten Abend gesperrt, wurde dann aber wieder freigegeben.
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