nach oben
Ein Chefmitglied der "Black Jackets" hat einen Anwärter zusammengeschlagen. Weitere Mitglieder haben die Prügel gefilmt. © Symbolbild
18.02.2013

Verbindungen zu den Black Jackets: Illegale Hundekämpfe

Ludwigsburg/Bayreuth. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg ermittelte bereits seit 2011 gegen illegale Hundekämpfe der rockerähnlichen Gruppierung "Black Jackets". Nun wurden bei einer Hausdurchsuchung in Bayreuth sieben Kampfhunde und Videos von Hundekämpfen gefunden.

Im Verlauf von Ermittlungen gegen die rockerähnliche Gruppierung "Black Jackets" hatte die Kriminalpolizei Ludwigsburg im Jahr 2011 Erkenntnisse darüber gewonnen, dass die Gruppierung einen türkischen Herdenschutzhund, einen sogenannten "Kangal", zur Einschüchterung und Erpressung von Personen eingesetzt hatte.

Die Ermittlungen führten im Oktober 2011 zunächst zur strafprozessualen und im April 2012 zur polizeirechtlichen Beschlagnahme des Hundes (wir berichteten).

Nachdem eine 27-jährige Frau aus dem Kreis Heilbronn, die als Halterin des Kangal-Rüden "Hektor" aufgetreten war, gegen die Beschlagnahmebestätigung der Stadt Ludwigsburg geklagt hatte, hat das Verwaltungsgericht Stuttgart die Klage mittlerweile abgewiesen und das Hund bleibt in der Obhut des Tierheims.

Wie die polizeilichen Ermittlungen unterdessen ergaben, war ein 37-jähriger türkischer Staatsangehöriger, der enge Beziehungen zu den Black Jackets unterhielt, der tatsächtliche Besitzer von "Hektor". Er hatte den Rüden bereits im September 2011 im Raum Leipzig bei einem illegalen Hundekampf eingesetzt, wo er gegen den Kangal eines zunächst unbekannten Halters aus dem Raum Bayreuth angetreten war. Im Zuge der weiteren Ermittlungen konnte der 44-Jährige jedoch identifiziert werden.

Ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss für die Wohnräume des 44-jährigen Tatverdächtigen wurde am Donnerstag durch die Ludwigsburger Ermittler vollzogen, die durch Kräfte der Kriminalpolizeiinspektion Bayreuth und mehrere Diensthundeführer unterstützt wurden.

Auf dem gesicherten Anwesen trafen die Beamten nicht nur sieben Kangals an, sondern stellten auch umfangreiches Beweismaterial -darunter Videoaufzeichnungen von Hundekämpfen- sicher. Die Auswertung, aus der sich die Ermittler auch Hinweise zu weiteren Veranstaltern illegaler Hundekämpfe im Bundesgebiet erhoffen, wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Das zuständige Veterinäramt in Bayreuth prüft derzeit die Möglichkeit eines Verbots der Hundehaltung. Bis auf Weiteres wurden die Kangals bei dem 44-Jährigen belassen.