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Ist ab Mittwoch eine Umweltzone: die französische Stadt Straßburg. Auch die 33 umliegenden Gemeinden gehören zu der Zone. Foto: Fotolia
Ist ab Mittwoch eine Umweltzone: die französische Stadt Straßburg. Auch die 33 umliegenden Gemeinden gehören zu der Zone. Foto: Fotolia
Wer ein komplett emissionsfreies Fahrzeug fährt, bekommt die grüne Umweltplakette. Foto: Screenshot
Wer ein komplett emissionsfreies Fahrzeug fährt, bekommt die grüne Umweltplakette. Foto: Screenshot
27.10.2017

Verwirrung um französische Plakette - Straßburg und Umgebung künftig Umweltzone

Straßburg. Die Nachricht, dass deutsche Autofahrer für eine Fahrt ins Elsass bald eine französische Umweltplakette brauchen, hat viele PZ-Leser verunsichert: Wer braucht eine Plakette? Wann wird sie gebraucht? Und welches Gebiet ist genau betroffen?

Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wann tritt die neue Umweltzone in Kraft?

Am kommenden Mittwoch, den 1. November.

Welches Gebiet umfasst die Luftschutzzone?

Die Luftschutzzone erstreckt sich über das Stadtgebiet Straßburgs und die 33 Gemeinden, die zur Stadt gehören. Begrenzt wird die Zone durch vier Gemeinden: im Norden durch Eckwertsheim, im Westen durch Blaesheim, im Süden durch Plobsheim und im Osten durch den Rhein beziehungsweise die deutsche Stadt Kehl. Auch die Autobahnen, die durch die Region führen, sind betroffen: die A35 von und nach Mülhausen/Basel, die A4 von und nach Metz sowie die N4 nach Nancy.

Wer braucht eine Plakette?

Alle motorisierten Fahrzeuge brauchen die Crit’Air – so heißt die Plakette – also Autos, Lkws und Motorräder, aber auch Mofas oder sogar Quads.

Ausgenommen von der Plakettenpflicht sind anerkannte Oldtimer, also solche mit H-Kennzeichen. Oldtimer-Fahrer sollten aber nachweisen können, dass ihr Auto anerkannt ist. Darauf weist das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland hin.

Wer bekommt keine Plakette?

Motorräder ohne Euro-Norm und Erstzulassung vor dem 1. Juni 2000 sowie PKW, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge unter 3,5 Tonnen mit Euro 1 oder ohne Euro-Norm und Erstzulassung vor dem 1. Januar 1997 (PKW) beziehungsweise 1. Oktober 1997 (leichte Nutzfahrzeuge) und LKW, Busse und Wohnmobile über 3,5 Tonnen mit Euro 1, Euro 2 oder ohne Euro-Norm und Erstzulassung vor dem 1. Oktober 2001 erhalten keine Umweltplakette.

Was für eine Plakette bekommt mein Auto?

Es gibt sechs verschiedene Plaketten: E und die Zahlen eins bis fünf. Die E-Plakette ist für emissionsfreie Fahrzeuge. Ansonsten richtet sich die Plakette nach Erstzulassung und Euro-Norm: Je älter das Auto und je schlechter die Euro-Norm, desto höher wird die Nummer der Plakette.

Wann brauche ich die Plakette?

Bei Feinstaubalarm. Dieser erfolgt in vier Schritten: An Tag 1 wird auf der Internetseite von Straßburg Feinstaubalarm ausgerufen. An Tag 2 und 3 wird erst auf Autobahnen, dann auf allen Straßen das Tempo gedrosselt. Ab Tag 4 dürfen nur noch Autos mit den Plaketten E, 1, 2 oder 3 fahren. Wenn das Fahrzeug nur parkt, gilt keine Plakettenpflicht.

Wo und wie muss die Plakette angebracht werden?

Die Crit’Air muss von außen gut sichtbar vorne im Fahrzeug angebracht werden, genauer: innen an der unteren rechten Seite der Windschutzscheibe.

Was passiert, wenn ich keine Plakette habe?

Wer ohne Plakette unterwegs ist, darf nicht in die Luftschutzzone fahren. Bei einem Verstoß drohen Bußen bis zu 135 Euro.

Wo bekomme ich die Plakette?

Ausschließlich online über die Internetseite des französischen Verkehrsministeriums. Dort gibt es ein Onlineformular zum Ausfüllen. Bezahlt werden kann nur mit Kreditkarte. Die Lieferzeit der Plakette beträgt maximal 15 Tage. Sollte sie nicht rechtzeitig zum Reiseantritt da sein, reicht bei Feinstaubalarm auch die Kopie des Zertifikats auf der per Mail eingegangenen Rechnung als Nachweis.

Die Plakette kostet 4,80 Euro und ist unbefristet gültig.

An wen wende ich mich bei Problemen?

Hier sind unsere Nachbarn nicht sehr verbraucherfreundlich. Zuständig für Fragen ist nämlich die Präfektur Bas-Rhin – deren Website gibt es aber nur auf Französisch.

Wie häufig gibt es Feinstaubalarm in Straßburg?

Selten. Der Präfektur Bas-Rhin zufolge müssen sich Autofahrer auf etwa drei Feinstaubalarm-Tage im Jahr einstellen.

Wichtige Links:

Präfektur Bas-Rhin: pzlink.de/2jp

Verkehrsministerium: pzlink.de/2jo

Verbraucherzentrum: pzlink.de/2jm

Infoheft der Stadt Straßburg: pzlink.de/2jn