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Vierwöchiges Gorillababy in Stuttgarter Wilhelma © privat
07.12.2011

Vierwöchiges Gorillababy Tano in Stuttgarter Wilhelma

Stuttgart. Viele Falten, große Augen und ein unwiderstehlicher Blick: Die Besucher der Wilhelma können sich freuen - Seit dem 14. November befindet sich das vier Wochen alte Gorillababy Tano aus Prag in der Aufzuchtstation des Stuttgarter Zoos. Jetzt hat er seine Quarantänezeit erfolgreich beendet und kann auch von den Besuchern zeitweise gesehen werden.

Bildergalerie: Vierwöchiges Gorillababy erstmals in der Wilhelma zu sehen

Gelegenheiten dazu bieten sich ab 8. Dezember täglich zwischen 11.30 Uhr und zwölf Uhr sowie während der Fütterungen, für die es allerdings keinen festen Zeitplan gibt. Immer wenn der kleine Gorillajunge Tano hungrig ist und sein Fläschchen bekommt, können die Besucher künftig daran teilhaben. Das kann zwei bis drei Mal während der Öffnungszeit des Aufzuchthauses (9 Uhr bis 16.45 Uhr) der Fall sein, findet in einem der Schaugehege statt und dauert rund eine Viertelstunde. Feste Zeiten lassen sich dafür nicht angeben - alles richtet sich nach Tanos Rhythmus. Daher wurde zusätzlich ein fester Termin zwischen 11.30 Uhr und zwölf Uhr eingerichtet, an dem sich eine Pflegerin mit dem Gorillababy auf jeden Fall im Schaugehege aufhalten wird.

Seit rund drei Wochen wird Tano von mittlerweile drei Ersatzmüttern, den Pflegerinnen Bea Jarczewski, Margot Federer und Thali Bauer, rund um die Uhr in Wechselschicht umsorgt. Das derzeit Wichtigste im Leben des Affensäuglings: viel Schlaf, Wärme, Körperkontakt, Kuscheln und Ansprache sowie natürlich das Milchfläschchen, wann immer der Hunger plagt. Seit seiner Ankunft hat Tano rund 800 Gramm zugelegt, etwa 3300 Gramm bringt er mittlerweile auf die Waage. Überhaupt sei Tano sehr fit und kräftig für sein Alter, finden seine Pflegemütter.

„Den Kopf kann er bereits seit über zwei Wochen allein halten, auch das Sitzen geht mit ein wenig Hilfe schon recht gut und inzwischen zieht er sich sogar für kurze Momente auf die Füße“, berichtet Margot Federer. „Ein Menschenbaby wäre in dem Alter dazu längst nicht in der Lage.“ Dafür plagt Tano auch bereits das, was bei Menschensäuglingen „Dreimonatskoliken“ genannt wird. Treten sie auf, tragen die Pflegerinnen den Kleinen beruhigend umher und helfen mit kleinen Massagen, die Milchnahrung leichter zu verdauen.

Tano ist das 59. Menschenaffenkind, das in der Aufzuchtstation aufwächst – und momentan hier der einzige Zögling. Doch sollten von Hand aufgezogene Menschenaffen so früh wie möglich den Kontakt zu Artgenossen bekommen. Sofern also kein weiteres Gorillakind in die Station kommt, wird Tano baldmöglichst in die Nähe seiner Verwandten im Menschenaffenhaus umziehen. Dort kann er Sicht- und Schnupperkontakt zu Mitgliedern der Gorillafamilie aufnehmen und wird außerdem auf die zweijährige Claudia treffen, die in die Familie integriert wird, sofern Kibo sie als neues Mitglied akzeptiert. Die Bedingungen für solche Zusammenkünfte werden in der neuen Menschenaffenanlage deutlich besser sein: Da die Aufzuchtstation dort direkt neben dem Gehege der Gorillagruppe liegen wird, können die Handaufzuchten von Anfang ihre Verwandten beobachten und arttypische Verhaltensweisen lernen. Abgesehen davon, dass das neue Haus auch den Besuchern bessere Einblicke in diese Vorgänge ermöglichen wird.