Über den Gesundheitszustand des früheren Trigema-Chefs Wolfgang Grupp gibt es weiterhin keine neuen Erkenntnisse. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte am Dienstag auf Anfrage mit, dass man zu gegebener Zeit wieder informieren werde. Weitere Angaben machte sie nicht. Am Montag war bekanntgeworden, dass sich Grupp in einem Krankenhaus befindet. Es gehe dem 83-Jährigen altersentsprechend gut, hieß es damals.
Unabhängig davon hatte die Polizei einen Einsatz in Burladingen bestätigt - dem Wohnort von Grupp. Demnach wurde ein verletzter Mensch aus einer Privatwohnung mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Ein Polizeisprecher wollte keine weiteren Angaben zu dem Fall machen. Er sagte lediglich, es gebe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder auf eine Straftat. Zuerst hatte der «Schwarzwälder Bote» über den Einsatz berichtet.


Wolfgang Grupp nimmt im Pforzheimer Osterfeld kein Blatt vor den Mund
Grupp führte Trigema mehr als 50 Jahre
Der Textilunternehmer Wolfgang Grupp wurde 1942 in Burladingen geboren. Die Stadt liegt auf der Schwäbischen Alb (Zollernalbkreis) und hat etwas mehr als 12.000 Einwohner. 1969 übernahm Grupp die von seinem Großvater gegründete Firma. Trigema ist ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung. Das Unternehmen wirbt damit, zu 100 Prozent «Made in Germany» zu sein.

Anfang 2024 räumte Grupp den Chefposten und gab die Geschäftsführung an seinen Sohn Wolfgang Grupp junior und seine Tochter Bonita ab. Grupp senior gilt als einer der profiliertesten und schillerndsten deutschen Kaufleute. Der frühere alleinige Trigema-Inhaber wurde unter anderem durch kultige Fernsehspots mit einem Schimpansen bekannt.
Wolfgang Grupp in Pforzheim
Im April ist Grupp bei der 80. Hauptversammlung der Kfz-Innung Pforzheim Enzkreis zu Gast gewesen und hat in seinem Vortrag kein Blatt vor den Mund genommen. Er berichtete von den Anfängen seines Unternehmens, das er vom Vater 1969 übernahm, von seinem Tagesablauf, der immer mit 20 Minuten Schwimmen im heimischen Pool beginne und der wichtigsten Mahlzeit des Tages – dem Frühstück. „Die Unternehmer müssen sich ändern, damit unsere Wirtschaft wieder wächst“, stellte er klar. Klingels Insolvenz bezeichnete er als „Größenwahn und Gier“.
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