Kampfmittelbeseitigung
Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sind im Einsatz. (Symbolbild)
Moritz Frankenberg/dpa
Baden-Württemberg
Weltkriegsbombe nahe A5 entschärft - Sperrung aufgehoben

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe ist die Autobahn 5 im Landkreis Rastatt streckenweise vollständig gesperrt worden. Betroffen war der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Bühl und Baden-Baden ab etwa 19.30 Uhr, wie das Landratsamt Rastatt mitteilte. Um 20.33 Uhr meldete die Behörde, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe erfolgreich entschärft habe. Die Behörde hatte Autofahrer gebeten, den Bereich großräumig zu umfahren.

9 Menschen und 13 Pferde evakuiert

Ein Baggerfahrer habe das Weltkriegs-Relikt am Morgen in Sinzheim bei Bauarbeiten in der Nähe einer Gemeinschaftskläranlage entdeckt, hieß es. Für die Entschärfung musste ein Umkreis von einem Kilometer um den Fundort geräumt werden. Die Gemeinde erklärte in einer Allgemeinverfügung, es bestehe die Gefahr, dass Menschen ansonsten «insbesondere bei einer Explosion durch herumfliegende Trümmerteile Schaden erleiden können». 

Die Evakuierung sei ohne nennenswerte Komplikationen verlaufen, teilte das Landratsamt mit. In dem betroffenen Gebiet leben nach Angaben der Behörden neun Menschen, die bei Privatpersonen untergekommen sind. Zudem seien 13 Pferde auf die Galopprennbahn nach Iffezheim gebracht worden. 

Immer wieder werden Bomben in Baden-Württemberg entdeckt

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Baden-Württemberg immer wieder Fliegerbomben entdeckt. In Pforzheim etwa hatte eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe Mitte Mai größere Räumungen verursacht, bis zu 30.000 Menschen waren betroffen.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr 19 Bombenblindgänger (2024: 13) mit einem Gewicht von je mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht. 17 seien entschärft worden, 2 kontrolliert gesprengt, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart. 

Bei 930 Einsätzen (2024: 811) hätten die Fachleute rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition (2024: 16,6 Tonnen) eingesammelt, die auf Baustellen, Privatgrundstücken oder in freier Natur entdeckt worden waren.

Weitere Blindgänger-Funde möglich

Die Behörden handeln je nach Fundort und Zustand der Weltkriegsrelikte sofort oder erst einige Tage nach dem Fund. In dieser Zeit werden die Räumungsmaßnahmen vorbereitet.

Rund 1,35 Millionen Tonnen Munition wurden laut Regierungspräsidium im Zweiten Weltkrieg auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen. «Alleine auf das Land Baden-Württemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition.» Hiervon seien etwa 10 bis 15 Prozent nicht explodiert. Daher würden noch viele Blindgänger in Böden und Gewässern vermutet.

© dpa-infocom, dpa:261022-930-879161/4

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