Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz durchsucht die Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Baden-Württemberg das Internet nach möglichen Jugendschutzverstößen. Dabei geht es etwa um Darstellungen von Gewalt und Pornografie oder menschenverachtende Kommentare.
Mehr als 13.000 automatisiert gefundene potenzielle Verstoß-Inhalte haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Angaben nach schon überprüft. Oft führe die manuelle Recherche zu weiteren Treffern im Umfeld. In mehr als 1.000 Fällen habe die LFK derartige Funde an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.
Nicht jeder Verstoß gegen den Jugendschutz ist auch strafrechtlich relevant. Das Jugendschutz-Team der LFK prüft das anhand verschiedener Kriterien.
Zusammenarbeit mit BKA
Wiederum habe das Bundeskriminalamt (BKA) seit Mitte 2023 knapp 1.500 potenziell strafrechtlich relevante Inhalte an die LFK übermittelt, bei denen ein Anbieter in Baden-Württemberg identifiziert worden sei. «Nach eigenständiger Prüfung wurden allein davon über 700 Inhalte als Jugendschutz-Verstoß eingestuft und entfernt», hieß es. Zum Großteil sei es um Volksverhetzung und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wie Hakenkreuze gegangen.
In anderen Fällen wurde aus Jugendschutz-Sicht kein Verstoß festgestellt oder die Verfahren laufen noch. Häufig waren die Inhalte aber nicht mehr abrufbar, als die LFK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sie sichten wollten.
Über 100 Inhalte von homofeindlicher Baptistenkirchen entfernt
Zusätzlich zu dem BKA-Prozess und eigener Recherchen bekommt die LFK Beschwerden zu Jugendschutz-Verstößen von Privatleuten oder Hinweise anderer Institutionen. Ein Beispiel hierfür sei die sogenannte Baptistenkirche Zuverlässiges Wort Pforzheim («Seleengewinnen»), teilte die Behörde mit.
Das Landesamt für Verfassungsschutz sieht die Baptistenkirche als extremistische Bestrebung. Gefordert werde immer wieder die Todesstrafe für Homosexuelle. Gegen mehrere Hauptverantwortliche wurden Ermittlungen wegen Volksverhetzung eingeleitet. Allein von dieser Gruppierung hat die LFK in den vergangenen Monaten den Angaben nach mehr als 100 Inhalte entfernt.
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