Eine der beiden Kandidierenden im Kampf um den Sessel an der Rastatter Rathausspitze wird die SPD-Politikerin Monika Müller sein.
Meyer
Oberbürgermeisterwahl Rastatt
Rastatt sucht einen neuen Oberbürgermeister. Uli Deck/dpa
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Baden-Württemberg
Wer wird OB in Rastatt? Pforzheimer Ex-Bürgermeisterin Monika Müller wirbt mit neuen Ideen
  • Marco Krefting/tok

Rastatt. Wenn am Sonntag in Rastatt die Nachfolge von Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU) gewählt wird, könnte es am Ende ein Novum in der Landesgeschichte geben. Sollte sich keiner der Bewerber und Bewerberinnen mit mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen durchsetzen, käme es drei Wochen später zur ersten Stichwahl in Baden-Württemberg bei einer Oberbürgermeisterwahl. Im Gegensatz zum klassischen zweiten Wahlgang, bei dem theoretisch alle Bewerber noch einmal antreten und neue Bewerber sich anmelden konnten, sind bei der Stichwahl nur noch die beiden Erstplatzierten mit den meisten Stimmen im Rennen.

Möglich macht dies das neue baden-württembergische Kommunalwahlrecht, das der Landtag im März beschlossen hatte. Um das Amt in Rastatt bewerben sich die CDU-Fraktionsvorsitzende Brigitta Lenhard (59), der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel (58), die Wolfsburger Sozialdezernentin Monika Müller (SPD/49), der AfD-Fraktionschef im Kreistag Rastatt und Gemeinderatsmitglied Volker Kek (69) sowie Michael Gaska. Der parteilose 36-Jährige leitet das „Family Office Forum“ in St. Gallen in der Schweiz.

Monika Müller vor Rückkehr in die alte Heimat

Mit Monika Müller ist die ehemalige Pforzheimer Bürgermeisterin für Bildung, Soziales und Sport (2011 bis 2018) im Rennen gegangen. Sie leitet in Wolfsburg das Dezernat für Soziales und Gesundheit, Klinikum, Sport. Für Monika Müller wäre der Wechsel zurück ins Badische auch eine Rückkehr in die alte Heimat. Die engagierte SPD-Politikerin wurde 1974 in Malsch geboren und hat viele Verbindungen nach Rastatt. Auffällig war ihr Wahlkampf in den Sozialen Medien, wo sie mit sympathischen Auftritten lokalpolitische Themen aufgriff. Ihre Botschaft: Mit neuen Ideen viel bewegen und dabei die Bürger mitnehmen.

Müller setzt im Wahlkampf auf Familienfreundlichkeit für alle Generationen – etwa in den Bereichen Bildung, Soziales und Verkehr. Gaska will die Innenstadtentwicklung zur Chefsache machen und „zusammen mit der Wirtschaftsförderung sowie dem Gewerbeverein in unserer Innenstadt einen Aufschwung einläuten“. Auch Kek fordert unter anderem eine Belebung der Innenstadt und will den Tourismus ankurbeln. Hentschel will ebenfalls Leerstand in der Innenstadt reduzieren und zu bezahlbarem Wohnraum umfunktionieren. Eine attraktivere Innenstadt ist auch für Lenhard ein wichtiges Thema.

Rund 38.000 Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, das neue Stadtoberhaupt für acht Jahre zu wählen. Die Amtszeit von Pütsch endet am 16. Dezember. Der CDU-Politiker tritt nach 16 Jahren im Amt nicht mehr an. Sollte eine Stichwahl nötig werden, fände sie am 15. Oktober statt. Dann geht es nur noch um die zwei Personen mit den höchsten Stimmanteilen im ersten Durchgang. Bei gleichen Stimmenzahlen entscheidet nach Angaben der Kommune das Los.