Nach dem knappen Wahlausgang bringt die CDU eine geteilte Amtszeit für Cem Özdemir und Manuel Hagel ins Spiel. Möglichkeiten, wie die beiden sich gemeinsam ums Land kümmern könnten, gibt es einige. Eine kleine Auswahl.
Eine Glosse von PZ-Redakteurin Lisa Scharf
Was für Leid gilt, muss nicht unbedingt für Verantwortung gelten. Nämlich dass sie sich halbiert, wenn man sie denn nur teilt. Dennoch gibt es Gedankenspiele der CDU, genau das zu tun und sich mit den Grünen das Amt des Ministerpräsidenten und somit gewissermaßen auch das Sorgerecht für Baden-Württemberg zu teilen.


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Eine Idee ist da zum Beispiel, dass der Grüne Cem Özdemir die erste Hälfte der Legislaturperiode übernimmt und CDU-Mann Manuel Hagel die zweite. Was natürlich nur rein zufällig dazu führen würde, dass Hagel dann mit dem Amtsbonus in die nächste Landtagswahl gehen würde.


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Es gibt ja aber auch noch ganz andere Möglichkeiten, die Fürsorgepflicht aufzuteilen. Wie wär’s zum Beispiel mit einem wöchentlichen Wechselmodell? Einer bekommt die geraden, einer die ungeraden Kalenderwochen. Da müsste man nur darauf achten, dass die Zahl der Anlässe fair verteilt ist, zu denen der dann amtierende Regierungschef sich mit salbungsvollen Worten ans Volk wenden kann. Ein System, in dem einer der beiden Herren die Geschicke des Landes nur jedes zweite Wochenende im Monat führt, wäre wohl nicht in ihrem Sinne – da wirkte man als Landesvater ja völlig abwesend.


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Zu guter Letzt bleibt noch die gute alte Aufteilungsmöglichkeit: Einer regiert Baden, der andere Württemberg. Aber weil sowohl Özdemir als auch Hagel Schwaben sind, wäre ein Streit hier wohl programmiert. Das will natürlich niemand. Nicht, dass sich am Ende ein Landesteil noch stiefmütterlich behandelt fühlt.



