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30 000 Strommasten gibt es alleine in Baden-Württemberg. Der Architekt Wolfgang Frey will sie nun nutzen um Windräder auf die Masten zu bauen. Foto: dpa
strommasten © dpa
14.09.2011

Windräder auf Strommasten sollen Energie erzeugen

FREIBURG. Freiburger Architekten wollen bundesweit kleine Windräder auf Strommasten bauen. Allein die 30 000 Strommasten in Baden-Württemberg könnten auf diese Weise soviel Energie erzeugen wie zwei Atomkraftwerke, teilte die Initiative «Free Energy» am Mittwoch zum Start einer ersten Testanlage in Freiburg mit.

Bislang scheitere das Vorhaben an den Kosten. Ein Strommast-Windrad mit einem Durchmesser von drei bis vier Metern koste derzeit 15 000 Euro. Bei einer Serienproduktion könnte der Preis aber auf ein Drittel sinken, sagte der Architekt Wolfgang Frey.

Der 51-Jährige präsentierte in Freiburg drei auf Strommasten gebaute Windräder, die 20 Kilowatt Strom erzeugen. Im Herbst soll der Versuch ausgebaut werden. In Freiamt (Kreis Emmendingen) hat «Free Energy» bereits Rotoren in Baumkronen gebaut. Auch sie erzeugen umweltfreundlich Energie.

«Kleinwindräder und ihre Chancen sind in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen», sagte Frey. «60 bis 70 Prozent der Kosten beim Bau von Windrädern entfallen auf den Mast.» Diese Kosten spare man sich, wenn bereits bestehende Stromasten genutzt werden. Zudem seien kleine Windräder im Gegensatz zu großen dauerhaft im Einsatz, da schon wenig Wind ausreiche, um sie in Gang zu bringen. Die Installation sei technisch einfach.

Deutschlandweit gebe es zwischen 300 000 und 400 000 Strommasten, sagte Frey. Er sei in konkreten Verhandlungen mit Stromkonzernen. Namen sowie die Standorte der geplanten Teststrecken wollte er nicht nennen. dpa