Weil zu viel Wein auf dem Markt ist, sollen Winzer aus Württemberg ihre überschüssigen Mengen künftig auch zu Industriealkohol weiterverarbeiten können. Einer entsprechenden Marktintervention habe die EU-Kommission nach einem deutschen Antrag zugestimmt, teilte das rheinland-pfälzische Weinbauministerium mit. Die Regelung gilt demnach für Weine aus den Anbaugebieten Württemberg und Rheinhessen. Zuvor hatte der SWR berichtet.
Destillieren die Winzer Rotweine oder Roséweine aus den beiden Anbaugebieten zu Industriealkohol, dann bekommen sie dafür eine finanzielle Förderung von 43 Cent pro Liter. Hinzu kommen demnach 16 Cent pro Liter für Logistik- und Brennkosten. Die EU stelle dafür 14,16 Millionen Euro zur Verfügung, was einer Höchstmenge von rund 24 Millionen Litern entspreche. Zugelassen sind demnach Weine des Jahrgangs 2025 und älter.
Nur für industrielle Zwecke erlaubt
Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, dürfe der bei der sogenannten Krisendestillation gewonnene Alkohol ausschließlich für industrielle Zwecke genutzt werden, also etwa für Desinfektionsmittel und Energie, heißt es vom rheinland-pfälzischen Ministerium. Eine Verwendung für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sei nicht zulässig.
Das Weinanbaugebiet in Württemberg ist nach Angaben des Deutschen Weininstituts das viertgrößte in Deutschland. 65 Prozent der angebauten Sorten sind demnach rote Rebsorten.
Die Marktlage im Weinsektor ist angespannt und der Weinkonsum geht europaweit zurück. Als Ursachen gelten die Inflation, die alternde Gesellschaft, veränderte Konsumgewohnheiten sowie ein stärkerer Preisfokus der Verbraucher. Die Folge: Das aktuelle Angebot an Rebflächen übersteigt laut Ministerium deutlich die Nachfrage.
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