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Nach dem Busunfall auf der A 5 drohen einigen Blockierern der Rettungsgasse neben Bußgeld und Punkten auch Fahrverbote.
Nach dem Busunfall auf der A 5 drohen einigen Blockierern der Rettungsgasse neben Bußgeld und Punkten auch Fahrverbote. Foto: Uli Deck
06.08.2018

Zwei Autobahn-Unfälle und 277 Fahrer, die die Rettungsgasse behindern

Karlsruhe. Jetzt liegen die exakten Zahlen vor. Am 25. Juli kam es auf der A5 zu einem schweren Auffahrunfall mit vier beteiligten Lkws. Die A5 musste in Fahrtrichtung Basel voll gesperrt werden. An diesem Tag hatte ein Videomesstrupp der Polizei die Einhaltung der Rettungsgasse dokumeniert und jede Menge Videomaterial und Fotos gesammelt. Mit einem traurigen Ergebnis.

Insgesamt verhinderten 181 Fahrer ein reibungsloses Durchkommen der Polizei- und Hilfsfahrzeuge. Die Verstöße begingen 106 Autofahrer, 45 Sattelzug-Fahrer sowie 30 Lkw-Fahrer. In sechs Fällen kam es zu erheblichen Behinderungen. Die Fahrzeuglenker müssen nun jeweils mit einer Anzeige rechnen. Und das kann teuer werden.

Ein Verstoß gegen die Rettungsgasseregeln kostet zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei plus ein einmonatiges Fahrverbot plus im einfachsten Fall 200 Euro. Je nach Behinderungs- oder Gefährdungsgrad können es auch 320 Euro werden. Einige Gaffer auf der Gegenfahrbahn, die extra langsam am Unfallort vorbeigefahren sind, um mit dem Handy zu filmen, müssen mit einem Punkt und 100 Euro rechnen.

Erfasst wurden die Verkehrssünder von einem Videomesstrupp, der sonst Raser auf der Autobahn herausfischt. Das Auto fuhr mit Blaulicht durch die Rettungsgasse, hatte dabei die Videokamera eingeschaltet, während der Beifahrer fotografierte. Und dabei insbesondere die Fahrer ablichtete. Schließlich muss bei einem Rettungsgassen-Verstoß der Fahrer dokumentiert und nicht nur der Halter festgestellt werden. Bei ausländischen Fahrern, von denen ebenfalls einige unter den Rettungsgassen-Sündern waren, gestaltet sich die Strafverfolgung im Ausland zuweilen etwas schwierig.

Am gleichen Tag gab es auf der A8 bei einem Unfall ebenfalls eine Überprüfung mit dem Videomesstrupp. Hier wurden 96 Fahrer mit einem Verstoß gegen die Rettungsgasse entdeckt, von denen sechs Fahrer den Verkehr behinderten und ebenfalls neben zwei Punkten und einer Geldstrafe von 240 Euro einen Monat lang auf ihren Führerschein verzichten müssen. Noch teurer wird es wohl für den Autofahrer werden, der sich bei Karlsbad-Langensteinbach in der Rettungsgasse auf seinem heruntergelassenen Fahrersitz zum Schlafen abgelegt hatte und von Polizeibeamten geweckt werden musste.