Wohin damit? In vielen Haushalten liegt das Gold nicht als Barren im Tresor, sondern in viel weniger spektakulärer Form in den Schubladen. Alte Ketten, einzelne Ohrringe, kaputte Ringe, Münzen aus Nachlässen oder Zahngold versauern dort häufig jahrelang. Wer solches Gold oder solchen Schmuck veräußern will, sollte den Vorgang nicht mit einer Preisfrage verwechseln. Der Wert ist nicht ein gefühltes Aussehen, sondern wird aus Material und Marktkriterien gebildet.
Der Materialwert beginnt bei der Legierung und dem Feingehalt
Die wichtigste Kenngröße ist der tatsächlich enthaltene Edelmetallanteil. Goldschmuck ist bekanntlich nicht immer aus 100 % Gold, sondern meist aus Legierungen. 333er, 585er oder 750er Gold sind solcherlei Beispiele. Es gibt auch 999er oder gar 1000er Gold. Die Ziffern geben an, wie viele zehntausendteile des Materials aus reinem Gold bestehen. Beim 585er Gold sind das 585 von 1000 Teilen, also 58,5 %.
Für die Bewertung hat das eine sehr einfache Bedeutung. Zwei gleich schwere Schmuckstücke können sehr unterschiedlich viel Gold wert sein, wenn ihr Feingehalt nicht identisch ist. Genau deshalb nützt das bloße Wiegen nichts. Erst die Kombination aus Gewicht und Legierung gibt eine belastbare Einschätzung.
Wer Angebote zum Goldankauf in München oder anderen Städten miteinander vergleicht, sollte also unbedingt darauf achten, dass Feingehalt und Gewicht separat ausgewiesen werden. Eine seriöse Bewertung gibt an, welche Legierung gegeben ist, wie schwer das Stück insgesamt ist und wie viel Edelmetall daraus rechnerisch resultiert.
Gewicht zählt, ist aber nicht alles
Das Gewicht ist natürlich wichtig, aber nur im Zusammenhang mit dem Material. Genauso gewogen wird in der Regel auch das Gesamtstück. Danach ist zu prüfen, welche Teile tatsächlich vergütungsfähig sind. Bei Schmuckstücken, die Steine, Federverschlüsse, Fremdmetalle oder dekorative Einsätze besitzen, ist keinesfalls das gesamte Gewicht für den Goldwert maßgebend.
Hier liegt ein weit verbreiteter Irrtum. Viele Privatkunden denken beim Preis eines Schmuckstücks in erster Linie an sein Gesamtgewicht und multiplizieren dies gedanklich mit irgendeinem Goldkurs aus dem Internet. Das führt fast immer zu falschen Erwartungen. Maßgebend ist aber nicht irgendein Spotpreis, sondern der vergütungsfähige Edelmetallanteil des konkreten Stücks, abzüglich der Handelsspanne und etwaiger Verarbeitungsfaktoren.
Am Zahngold gibt es noch viel kompliziertere Dinge. In solchen Stücken können Gold, Silber, Palladium oder andere Bestandteile enthalten sein. Manchmal sind noch Keramiken oder andere Materialien dabei. Eine seriöse Untersuchung muss hier feiner differenzieren als beim Schmuckgold.
Schmuck und Münzen sowie Zahngold werden nicht gleich bewertet
Von den verschiedenen Arten von Objekten werfen viele Privatanbieter alles in einen Topf. Was ein Fehler ist. Schmuck wird im Wesentlichen nach Material, Legierung, Gewicht und Zustand als Altgold bewertet. Münzen können dagegen zwei verschiedene Wertlogiken haben, nämlich einmal den Materialwert des Edelmetalls und zum anderen einen Sammlerwert, der über dem Schmelzwert liegt.
Letzteres ist besonders bei Anlagemünzen, bei historischen Münzen oder Sonderprägungen von Bedeutung. Wer eine Münze leichtfertig nur nach ihrem Metallgehalt verkauft, kann unter Umständen recht viel Wert erleiden. Und nicht jede alte Münze ist von vornherein Sammlermaterial. Deswegen ist vor dem Verkauf zu klären, ob es sich um Anlagegold, Umlaufgold oder ein numismatisch wertvolles Stück handelt.
Bei Zahngold zählt nicht immer die Optik, sondern die Zusammensetzung. Verfärbungen, Rückstände von Zahnmaterial, schiefe oder unregelmäßige Formen sagen wenig über den echten Wert aus. Die Wertbestimmung ist hier ganz entscheidend von der Analyse des Metallgemisches abhängig.
Woran erkennen private Anbieter eine seriöse Prüfung
Eine belastbare Bewertung muss einem bestimmten Ablauf folgen. Zunächst werden die Stücke gesichtet und sortiert. Dann folgt die Prüfung auf Stempel, Punzen oder andere Hinweise, etwa auf den Feingehalt. Im nächsten Schritt wird gewogen. Bei unklaren oder gemischten Materialien kann eine weitergehende Materialprüfung sinnvoll sein.
Seriös wird ein Ankaufsvorgang dann erscheinen, wenn die einzelnen Positionen erklärbar sind. Schmuck sollte nicht etwa pauschal geschätzt, sondern nach Legierung getrennt erfasst werden. Münzen sollten nicht reflexartig eingeschmolzen gedacht, sondern bei Bedarf gesondert eingeordnet werden. Zahngold sollte nicht nur nach seiner Farbe oder Form bewertet werden.
Ein zweites Prüfkriterium ist die Dokumentation. Wer Gold kauft, sollte Ausweisprüfung, Belegausstellung und Preisangabe selbstverständlich machen. Für Privatpersonen hat das nicht nur rechtliche Bedeutung, es ist darüber hinaus ein Zeichen dafür, dass der Vorgang professionell und nachvollziehbar abgewickelt wird.
Welche Fehler machen Verkäufer regelmäßig
Der häufigste Fehler besteht in der emotionalen Preisbildung. Viele Menschen orientieren sich daran, was ihr Schmuckstück einmal gekostet hat oder an welcher persönlichen Geschichte das Stück hängt. Für den Altgoldankauf spielt das keine Rolle. Der damalige Preis enthält Gestaltungskosten, Marke, Vertriebskosten und Marge. Wenn das Stück nun als Altgold verkauft wird, ist der Preis allein vom verwertbaren Materialwert abhängig.
Der zweite Fehler ist der Verkauf ohne Vergleich. Wer nur ein einziges Angebot einholt, hat keine realistische Grundlage. Sinnvoll ist der Vergleich mehrerer Bewertungen, sofern dieselben Kriterien offengelegt werden. Drittens wird der Zustand oft falsch eingeschätzt. Beschädigter Schmuck ist im Altgoldbereich nicht automatisch wertlos. Im Gegenteil. Für den Materialankauf ist selbst stark beschädigtes Gold noch relevant, solange Feingehalt und Gewicht stimmen.

