Die sogenannte Antidekubitusmatratze kann bei Bettlägerigkeit gesundheitliche Vorteile bieten.

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Ratgeber
Antidekubitusmatratze bei Bettlägerigkeit: Was sagt die Forschung über ihre gesundheitlichen Vorteile?

Eine Antidekubitusmatratze kommt ins Haus, wenn ein Familienangehöriger das Bett nicht mehr aus eigener Kraft verlassen kann. Bei Bettlägerigkeit liegt der Körper stundenlang mit demselben Gewicht auf denselben Körperstellen: Kreuzbein, Fersen, Hüfte und Schulterblätter. Gerade dort liegt die Haut dünn über dem Knochen und wird unter Druck schlecht durchblutet.

Hält der Druck an, entsteht ein Dekubitus, das Wundliegen. Die Forschung hat solche Lagerungshilfen über Jahrzehnte untersucht. Übersichtsarbeiten, eine internationale Leitlinie und ein deutscher Expertenstandard beschreiben die gesundheitlichen Vorteile der Antidekubitusmatratze deshalb überaus gut.

Welchen Schutz bietet eine Antidekubitusmatratze bei längerer Bettlägerigkeit?

Die Antidekubitusmatratze schützt vor dem Wundliegen. Gesunde Menschen drehen sich im Schlaf immer wieder und entlasten so die Haut. Bei Bettlägerigkeit fehlt diese Bewegung, der Druck bleibt an denselben Körperstellen.

Zwei Bauprinzipien der Antidekubitusmatratze wirken dem zum Glück entgegen. Bei der Weichlagerung sinkt der Körper in Spezialschaum ein, das Gewicht verteilt sich auf eine größere Fläche. Die populäre Antidekubitusmatratze der PROCAVE GmbH arbeitet beispielsweise genau nach diesem Prinzip, ganz ohne Strom und bewegliche Teile.

Wechseldrucksysteme bestehen aus Luftkammern. Eine Pumpe füllt und leert sie abwechselnd, so wird jede Körperstelle regelmäßig entlastet. Beide Bauarten senken den Druck auf Kreuzbein, Fersen und Hüfte. Genau dort entstehen nämlich die meisten Druckgeschwüre.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat eine Antidekubitusmatratze laut Forschung?

Am besten untersucht ist der Schutz vor neuen Druckgeschwüren. Auf einer Antidekubitusmatratze entstehen sie seltener. Das Forschernetzwerk Cochrane hat 2021 die vorhandenen Vergleichsstudien ausgewertet und stuft die Sicherheit der Ergebnisse vorsichtig ein.

Wechseldrucksysteme und statische Luftsysteme schnitten dort besser ab als eine einfache Schaumstoffmatratze. Das britische Projekt PRESSURE 2 verglich 2019 mit rund 2.000 Patienten beide Bauarten direkt miteinander.

Wechseldruck und hochwertiger Spezialschaum schützten dort ähnlich gut vor neuen Druckgeschwüren. Beide Bauprinzipien schützen also wirksam.

Weniger Druckgeschwüre bedeuten weniger Schmerzen, weniger offene Wunden und ein geringeres Infektionsrisiko. Auch die langwierige Wundversorgung fällt weg.

Welche weiteren Vorteile bietet eine Antidekubitusmatratze?

Neben dem Schutz der Haut bringt eine Antidekubitusmatratze Vorteile im Alltag. Viele Betroffene liegen auf der druckverteilenden Oberfläche angenehmer und kommen nachts besser zur Ruhe. Schmerzen an den aufliegenden Stellen können nachlassen.

Schaummodelle arbeiten ohne Pumpe, also ohne Geräusch und ohne Bewegung im Bett. Das schätzen gerade Menschen mit leichtem Schlaf. Eine Antidekubitusmatratze Made in Germany wird nach deutschen Normen gefertigt. Bei Fragen ist der Hersteller direkt erreichbar.

Eine finanzielle Entlastung kommt hinzu. Verordnet ein Arzt die Antidekubitusmatratze, übernimmt in der Regel die Krankenkasse die Kosten. Ein Pflegegrad ist hierfür nicht nötig, das Sanitätshaus löst das Rezept ein und liefert die Matratze. Die Grundlage bildet § 33 SGB V.

Worauf sollte beim Kauf einer Antidekubitusmatratze unbedingt geachtet werden?

Beim Kauf einer Antidekubitusmatratze zählen Merkmale, die sich prüfen lassen. Forschung und Hilfsmittelverzeichnis liefern diesbezüglich folgende klare Anhaltspunkte:

  • Hilfsmittelnummer: Die Listung in der Produktgruppe 11 sichert einen geprüften Mindeststandard und die Kostenübernahme.
  • Raumgewicht: Dichter Viscoschaum, der unter Körperwärme nachgibt, schnitt in Untersuchungen besser ab als leichter Schaum.
  • Oberfläche: Ein massiver Schaumkern zeigte in einem Vergleich weniger neue Druckgeschwüre als eine profilierte Oberfläche.
  • Rand: Ein stabiler Matratzenrand gibt Halt beim Aufsetzen und Aufstehen.
  • Wechseldruck: Wichtig sind eine Gewichtseinstellung, eine leise Pumpe und ein Ruhemodus für die Pflege.
  • Bezug: Er sollte flüssigkeitsdicht und waschbar sein, damit der Kern möglichst lange hält.

Wichtig ist auch die Bauhöhe der Antidekubitusmatratze, denn der Körper braucht Raum zum Einsinken.

Wie trägt eine Antidekubitusmatratze dazu bei, die häusliche Pflege zu erleichtern?

Eine Antidekubitusmatratze nimmt Familienangehörigen einen Teil der Last ab. Als Ausgangspunkt für den Lagewechsel nennt die internationale Leitlinie zwei bis drei Stunden. Mit einer druckverteilenden Unterlage lässt sich dieser Abstand individuell verlängern.

Nachts bedeutet dies weniger Unterbrechungen, für den Bettlägerigen wie für die Pflegenden. Der deutsche Expertenstandard empfiehlt Wechseldruck besonders dann, wenn ein Mensch kaum noch umgelagert werden kann.

Die Weichheit richtet sich nach der Restbeweglichkeit. So bleiben Körpergefühl und eigene Bewegung erhalten. Pflegefachkräfte und Pflegeberatungsstellen helfen bei der Auswahl.

Einfacher wird zudem die Hygiene. Ein flüssigkeitsdichter Matratzenschoner hält Feuchtigkeit vom Kern fern und lässt sich einfach in der Waschmaschine reinigen.

Welche Faktoren sprechen laut Forschung für eine Antidekubitusmatratze bei Bettlägerigkeit?

Vor allem schützt die Antidekubitusmatratze wirksam vor neuen Druckgeschwüren. Die internationale Leitlinie der Dekubitus-Fachgesellschaften empfiehlt deshalb für alle gefährdeten Menschen eine druckverteilende Unterlage aus Schaumstoff.

Der deutsche Expertenstandard zieht denselben Schluss. Er rät zur Weichlagerung von Anfang an, denn ein Druckgeschwür entsteht überaus schnell. Im häuslichen Pflegebett wirkt derselbe Druck wie in der Klinik und oft helfen dort weniger Hände beim Lagewechsel.

So zeigt die Forschung deutliche gesundheitliche Vorteile. Die Antidekubitusmatratze beugt dem Wundliegen vor, kann Schmerzen lindern und bringt mehr Ruhe in den Pflegealltag. Wo Bettlägerigkeit den Alltag bestimmt, ist die Antidekubitusmatratze deshalb das Hilfsmittel, das Leitlinie und Expertenstandard empfehlen.