Lukas Podolski, Antonio Rüdiger, Emre Can und Sami Khedira.

dpa
Fußball überregional
Das ist die deutsche Migranten-Nationalmannschaft
  • Simon Walter

Pforzheim. Seit gut einem Monat widmen sich die "Pforzheimer Zeitung" und PZ-news.de in einer Serie der Integrationsmöglichkeiten durch den Sport. In der begleitenden Umfrage erregte eine Frage besonders viel Aufmerksamkeit: Können Sie sich eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorstellen, die nur aus Profis mit Migrationshintergrund besteht? Die Mehrheit antwortete mit "Nein". Doch: Eine Migranten-Auswahl wäre heute schon möglich, wie eine PZ-Analyse zeigt.

In Abwehr und Mittelfeld waren schnell zahlreiche Spieler mit Migrationshintergrund gefunden: Antonio Rüdiger und Jerome Boateng etwa, oder Mesut Özil, Karim Bellarabi und Sidney Sam. Aber wie steht es um die Torhüter-Position, auf der die Deutschen traditionell stark besetzt sind? Hier fand Helmut Sickmüller, Vizepräsident und Integrationsbeauftragter des BFV, einen passenden Kandidaten: Odisseas Vlachodimos. "Ein Deutscher griechischer Abstammung", erklärt der Wurmberger. "Beim DFB kam er in allen U-Mannschaften bis zur U 20 zum Einsatz. So war er mit der U 17 Dritter bei der WM und Vize-Europameister."

So könnte die Migranten-Nationalmannschaft aussehen: Vlachodimos - Rüdiger, Boateng, Mustafi – Khedira, Can (statt des verletzten Gündogan) – Özil, Sam (Podolski), Bellarabi – Gomez, Sané

 

Begleitet wird die Integrations-Serie durch eine große Umfrage:

In dieser gibt es zwei Fragenblöcke: Einige Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten finden sich auf dieser Seite (Block 1). Bei den offenen Fragen, die unter diesem Link abzurufen sind, können und sollen alle PZ-Leser dagegen gerne ausführlich antworten (Block 2). Wer bei diesem zweiten Frageblock mitmacht, hat die Chance auf einen von drei Preisen im Gesamtwert von mehreren Hundert Euro: eine Drohne, ein Fitnessarmband sowie einen tragbaren Plattenspieler.

Interessiert? Hier geht es zum Formular.

Sind Ihnen türkische Fußballer manchmal zu temperamentvoll?
Ja, manchmal ist mir das zu viel Temperament auf dem Platz
76%
Ja, aber ich habe kein Problem damit
13%
Nein, sie sind nicht zu temperamentvoll
4%
Nein, ich hätte auch gerne deren Temperament
7%
Teilnehmer: 381
Wäre der Sport in der Region ohne seine Sportlerinnen und Sportler mit Migrationshintergrund ärmer?
Ja
39%
Nein
61%
Teilnehmer: 309
Können Sie sich eines Tages eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorstellen, die nur aus Profis mit Migrationshintergrund besteht?
Ja, schon in den nächsten 10 Jahren
26%
Ja, aber das dauert noch länger als 10 Jahre
8%
Nein
66%
Teilnehmer: 706
Wäre Deutschland ohne Spieler mit Migrationshintergrund Fußball-Weltmeister geworden?
Ja
45%
Nein
55%
Teilnehmer: 502
Haben Sie schon mal rassistische Vorfälle im Sport mitbekommen?
Ja, schon häufiger
29%
Ja, vereinzelt
41%
Nein, noch nie
30%
Teilnehmer: 322
Sind Flüchtlinge für Vereine eher ein Gewinn oder eine Belastung?
Gewinn, weil die Kader oft zu klein sein
23%
Gewinn wegen der kulturellen Bereicherung
17%
Gewinn aus anderen Gründen
20%
Belastung, weil die kulturellen Unterschiede viele Vereine überfordern
20%
Belastung wegen der Sprachbarrieren
7%
Belastung aus anderen Gründen
13%
Teilnehmer: 328
Welche Sportart ist am meisten von Migranten abhängig?
Boxen
17%
Fußball
42%
Handball
1%
Kampfsport (andere)
23%
Leichtathletik
2%
Ringen
8%
Sonstige
7%
Teilnehmer: 380
Finden Sie es gut, dass es Mannschaften gibt, in denen Migranten mehrheitlich unter sich bleiben?
Ja, diese Mannschaften sollte es auch in Zukunft geben
12%
Ja, aber es wäre auch okay, wenn sich die Teams mehr durchmischen würden
19%
Nein, aber ich kann verstehen, wenn Migranten unter sich bleiben möchten
19%
Nein, das ist nicht gut
50%
Teilnehmer: 338

Alle Serienteile gibt es exklusiv für Abonennten von PZ-Plus unter den folgenden Links zum Nachlesen:

16. April:Wie beurteilen Sportler mit Migrationshintergrund die Integrationsleistung des Sports?

23. April:Welche Sportarten überleben nur noch mit ausländischen Sportlern?

30. April:So ticken Fußballer unterschiedlicher Nationalitäten

7. Mai:Interview mit Prof. Dr. Alexander Woll, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft an der Karlsruher Universität (KIT) über das integrative Potenzial des Sports

14. Mai:Unsere „Ausländer“ in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

21. Mai: Fußball-Routinier Renato Bestvina über die Zeit in Jugoslawien und seine neue Heimat Deutschland

28. Mai: Flüchtlinge in Vereinen 

4. Juni: Türkische Wurzeln, deutsche Denkweise: Interview mit Hakan Göktürk, Fußball-Trainer mit deutschem Pass